Lomo T-Shirts designen

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Es gibt nichts besseres, als ein T-Shirt zu tragen, das man selbst designt hat!

Ich bin froh, an einer Hochschule gearbeitet zu haben, denn als Mitarbeiter dürfen wir auch einige der vorhandenen Geräte und Einrichtungen für unsere persönlichen Experimente und Forschungen verwenden. Mein College bietet Kunst- und Design-Kurse an und deshalb gibt es eine Druckwerkstatt für Studenten, um Siebdruck und andere Print-Sachen zu machen.
Es ist einer meiner Lieblingsplätze, nicht nur wegen der Ideen, die man dort verwirklichen kann, sondern auch wegen der großartigen Schüler-Lehrer Atmosphäre.

Eines Tages beschloss ich, mein eigenes Lomo T-Shirt zu entwerfen und zu drucken!
Dieser Artikel dokumentiert das ganze Schritt-für-Schritt, dadurch werdet ihr hoffentlich auch einen Einblick bekommen, wie einfacher T-Shirt-Druck funktioniert.

Erster Schritt: Nimm dir ein unbedrucktes T-Shirt! Ich habe manche aus Kaufhäusern – obwohl es teilweise sehr schwer ist, ein unbedrucktes zu finden. Viel zu viele haben unnötige Designs aufgedruckt.
Danach ging ich online, um Bilder von Lomo-Kameras zu finden. Meine Idee war, eine Reihe von kleinen Kameras in hellen Farben zu drucken, deshalb habe ich die Bilder von acht Lomo-Kameras kopiert.

Ich wandelte sie mit der Adobe Illustrator Live-Trace-Funktion in einfachere Formen um.
Dann müssen alle Formen schwarz gezeichnet werden, dies hat einen technischen Grund, den ich euch später erklären werde. Ich habe die Entwürfe mit einem Laser-Drucker (aus dem Sekretariat) gedruckt. Tintenstrahl-Drucker funktionieren nicht, weil man im nächsten Schritt das Papier mit Speiseöl besstreichen muss.

Das macht man, damit das Papier ein wenig transparent/durchscheinend wird, so dass nur mehr das Design schwarz bleibt. Die Tinte aus dem Tintenstrahl-Drucker würde hier aber verschmieren.

Das überschüssige Öl auf der Oberfläche wird dann mit Hilfe einer Zeitung aufgesaugt.

Legt nun das Ölpapier beiseite, der nächste Schritt ist der Rahmen. Im Grunde genommen ist es ein rechteckiger hölzerner Rahmen mit einem Siebdruck-Tuch (ein Vorhangähnliches Tuch), das feste gespannt und auf einer Seite geheftet ist.

Nun beginnt der chemische Teil – die große schwarze Wanne enthält eine Foto-Emulsion, eine lila klebrige Substanz, die reagiert, wenn sie Licht ausgesetzt wird. In der kleineren Flasche ist Jod, das mit der Foto-Emulsion zusammengemischt wird.

Die nächsten Schritte müssen im Dunklen getan werden (deshalb gibt es auch keine Fotos davon).
Mische die beiden Chemikalien zusammen, schaufle einige in das Silbertablett – den Rahmen musst du dabei vertikal halten – und beschichte die Siebdruck-Oberfläche mit einer dünnen Schicht der Chemikalie. Dann wird die Oberfläche mit einem Fön getrocknet.

Dann kommt der maschinelle Teil. Es handelt sich um eine Belichtungsmaschine.

Sie besteht aus Reihen von weißen Leuchtstoffröhren unter der Glasoberfläche.
Das Ölpapier mit dem Design wird auf die Glasoberfläche gesetzt, darüber kommt der Rahmen mit der getrockneten Fotoemulsion.

Der Deckel wird dann geschlossen und die Maschine für ca. 4-6 Minuten eingeschaltet. Was passiert?
Das Licht der Maschine belichtet die Designs auf das violette Sieb. Der weiße (transluzente) Teil des Papiers wird durchleuchtet, so dass die violette Substanz permanent gefestigt wird, während der schwarze Teil (Kamera-Design) das Licht blockiert, so dass die violette Substanz bleibt, wie sie ist.

Nach dem Entfernen aus der Maschine können die subtilen Konstruktionen der Kamera-Designs auf der violetten Schicht gesehen werden! Als nächstes wird die lila Fotoemulsionsschicht vom Sieb entfernt – einfach nur Wasser darauf spritzen!

Die leeren Stellen ohne Design liessen Licht durch, so dass die violette Substanz dauerhaft wird und nicht entfernt werden kann, so dass jetzt nur die violette Substanz auf den Kameras ablösbar ist. Das Endergebnis wäre einedurchsichtige Form der Kamera-Designs!

Der Rahmen wird auch mit einem Fön getrocknet. Ich habe nur die Hälfte des Rahmens verwendet, da es ein großer Rahmen war.

Ja, es ist viel Vorarbeit, aber jetzt kommt der spaßige Teil – der Druck selbst! Zuerst muss man das Sieb überprüfen, um sicherzustellen, dass es keine unerwünschten Löcher gibt, die beim Auswaschen entstanden sind. Wenn dies der Fall ist, einfach mit Klebeband zukleben.

Dann wird ein Karton in das T-Shirt gelegt, damit dieses gespannt bleibt und die Druckseite faltenfrei ist.

Dann wird der Rahmen mit den Entwürfen auf der Oberseite des T-Shirt positioniert, dort wo ihr sie haben wollt. Die Farben sind normale Stoffmalfarben – so kann das T-Shirt dann auch problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Ich entschied mich für die Grundfarben: Rot, Gelb und Blau.

Nach der Positionierung und Sicherstellung, dass die Ausrichtung und alles passt, werden einige kleine Farbkleckse oben auf die Kameras gemacht. Manchmal haben wir welche gemischt um schräge Kombinationen zu erhalten! Der Rahmen wird dann fest auf das T-Shirt gedrückt und mit der Verwendung einer Rakel wird die Farbe über die „Löcher“ (die Kamera-Designs, die keine lila Foto-Emulsion haben) gezogen.

Es muss fest und langsam durchgeführt werden, und wenn ihr es hochhebt, ist das Design schon auf dem T-Shirt!

Ich wiederholte die Schritte dann mit dem russischen „Lomo“-Schriftzug auf der Rückseite.

Und fertig! Trockne es noch mit einem Fön und du kannst dein neues T-Shirt sofort anziehen!

written by shuttersentinel17 on 2011-11-17 #gear #tutorials #tutorial #t-shirt #tipster #emulsion #lomo #foto #kamera #rahmen #belichtung #drucken #bedrucken #siebdruck #designen
translated by mudi

One Comment

  1. pequeno
    pequeno ·

    nice shirt- can i get one?

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