Susannah Conway und ihre Fotografien, die das Herz höher schlagen lassen

Susannah Conway ist nicht nur eine Fotografin und Schriftstellerin, sondern auch ein großer Fan der Sofortbildfotografie. Sie hat immer schon Fotos gemacht, so weit man zurückdenken kann. Es ist ihre Neugierde für die Welt um sie herum und das Verständnis, welchen Platz sie einnimmt. Sie atmet die Fotografie. Lies weiter und erfahre mehr über Susannahs fotografische Ziele.

Erzähl uns etwas über dich.

Ich bin Fotografin und Schriftstellerin. Ich lebe in Bath, England. Ich leite online E-Kurse über Selbstbewusstsein und ich habe gerade zwei Bücher geschrieben, die beide 2012 veröffentlicht werden. Ich habe 30 altmodische Kameras, aber am liebsten mag ich Polaroids.

Wie und wann hast du mit der Fotografie begonnen? Was war deine erste Kamera?

Ich hab mich am Kunstcollege 1992 in die Fotografie verliebt. Ich erinnere mich, wie ich meine erst Filmrolle entwickeln ließ und völlig atemlos die Abzüge anschaute. Ich erkannte, dass ich einen Weg gefunden hatte, das was ich in meinem Kopf sehe, auf Papier zu bringen.
Die nächsten drei Jahre habe ich dann Fotografie studiert, ich habe eigentlich nur noch in der Dunkelkammer und im Atelier gelebt. Ich habe mich völlig meiner Kunst verschrieben.
Damals gab es keine Digitalkameras, ich hatte ja nicht einmal einen Computer.
Alles wurde noch mit Chemikalien und Film gemacht und ich habe es geliebt.
Meine erste Kamera war eine Canon AE-1 und am College habe ich mit vielen Mittelformat- und Großformatkameras experimentiert.

2006 in Seatlle verliebte ich mich dann erneut in die Fotografie.
Ich war das erste Mal in den Staaten und ich trauerte immer noch meinem verstorbenem Partner hinterher. Er war im Vorjahr von uns gegangen. Ich habe eine kompakte Digitalkamera mitgenommen, so dass ich die Woche festhalten konnte. Das Fotografieren lenkte mich eine Weile von meiner Trauer ab, dann aber erwachte die Erinnerung an meine damalige Fotografie wieder. Als ich die Fotos zu Hause anschaute, entbrannte wieder die fotografische Inspiration und ich kaufe mir eine digitale Spiegelreflex von Canon.
Ich habe mir auch beigebracht, wie man Photoshop benutzt. Daraufhin entdeckte ich Fotografien mit Holgas, die mich an meine Liebe zum Film erinnnerten. Ich fotografiere jetzt hauptsächlich mit meiner Polaroid SX-70, meiner Holga und meiner Hasselblad 500CM.

Beschreibe deinen Fotografiestil. Was sind deine üblichen Bildobjekte und -themen?

Ich fotografiere nicht einfach Dinge, sondern ich halte Ausschau nach Dingen, die emotional etwas über mich aussagen. Ich mag Alltagsszenerien, die interessante Details beinhalten, die mich an die Vergangenheit erinnern. Oder mir gefällt einfach die Form, die Farben und die Harmonie darin.

Die reale Welt an sich ist unglaublich inspirierend und ich mag kahle Äste, die sich in den Himmel strecken oder blühende Magnolien und den Strand. Und ich mache viele Fotos von meinen Füßen; damit halte ich fest, wo ich mich in der Welt befinde.

Unter deinen zahlreichen Filmfotografien, welche gefällt dir am besten?

Dieses Polaroid von meinem Neffen mit meiner Schwester, das ist so wertvoll für mich.
Er war nur ein paar Wochen alt und so winzig. Ich war bei seiner Geburt dabei und ich bin so froh, seine Tante zu sein.

Wir alle haben unsere Idole; zu welchen Fotografen schaust du auf? Wer oder was beeinflusst deinen fotografischen Stil?

Ich schätze die Arbeit von Diane Arbus, Dorothea Lange, Francesca Woodman, Uta Barth, Martin Parr, Joel Peter Witkin und KayLynn Deveney sehr. Außerdem bewundere ich die vielen großartigen Fotografen, die ich auf Flickr verfolge.

Wenn du die Person deiner Wahl, lebendig oder tot, mit einer Filmkamera porträtieren könntest, wer wäre das und welche Kamera würdest du benutzen und vor allem warum?

Ich würde gern ein Polaroidporträt von Marylin Monroe machen. Sie war so schön und unglaublich fotogen. Aber ich würde sie nicht nur fotografieren wollen, sondern auch einfach dort mit ihr sitzen, Tee trinken und über alles plaudern, was uns auf dem Herzen liegt. Ich würde gerne die Frau hinter den ikonischen Bilder kennen lernen und anschließend versuchen, es auf Polaroidfilm festzuhalten.

Analog vs. Digital. Was macht analoge Fotografie/Filmfotografie für dich reizvoller als digitale?

Ich weiß nicht, ob analoge Fotografie besonderer ist als digitale.
Ich sehe es einfach als anderes Medium, so wie Farben und Stifte. Ich weiß, dass man digitale Bilder so manipulieren kann, dass sie wie Filmfotografien aussehen, aber das ist nicht das Gleiche.
Ich liebe das Tastbare an der analogen Fotografie, die Filmnegative und die Filmpatronen, die Polaroids und Abzüge. Vor allem Polaroidfilm hat eine unglaubliche Sanftheit wegen der Beschaffenheit der Emulsionen. Ich fühle mich viel verbundener mit der Kamera und der Kreation der Fotografie, wenn ich mit der Hasselblad und meiner SX-70 fotografie. Das ist bei meiner digitalen Spiegelreflex ganz anders.
Aber vielleicht bin ich parteiisch, weil ich mit Filmfotografie aufgewachsen bin.

Hast du Lomography Kameras? Welche magst du am liebsten?/Welche Kamera hättest du gerne und warum?

Außer meiner Holga GFN habe ich eine Diana Mini JIYU, mit der ich noch mehr fotografieren will. Im Moment hätte ich noch gerne eine La Sardina, die ich gerne nächsten Monat nach Kalifornien mitnehmen würde und ich liebe diese Farben!

Heutzutage fotografieren viele Leute, was würdest du ihnen sagen, um sie zu inspirieren?

Mache jeden Tag Fotos! Damit trainierst du dein Auge am besten und findest deinen Stil.
Wenn du dir jeden Tag die Herausforderung stellst mindestens ein Foto zu machen, dann heißt das, dass du 24 Stunden die Augen offen hältst. Ich glaube Fotografie besteht zu 20% aus technischer Fertigkeit und 80% Beobachtungsgabe und Vorstellungskraft.

Hast du noch andere online oder offline Projekte außer SusannahConway.com? Wenn nicht, welche anderen kreativen Ziele würdest du gerne verfolgen?

Mein erstes Buch, “This I Know: Notes on Unraveling the Heart” (Globe Pequot Press) wird im Juni 2012 veröffentlicht. Es sind persönliche Memoiren über Verlust, Erkundung und Entdeckung. Es wurde mit über 70 meiner Polaroids illustriert. Ich habe bei einem anderen Buch mitgeschrieben “Instant Love: How to Make Magic und Memories with Polaroids” (Chronicle Books), das erscheint im Frühling 2012. Im September unterrichte ich in einem eintägigen Fotografie-Workshop in den Teahouse Studios in Berkely, Kalifornien und nächsten Februar leite ich eine einwöchige Klausurtagung über Polaroids in Marrakesh, Marroko mit meinen Mitautoren.

Zusätzliche Informationen:

Website: www.susannahconway.com
Teahouse Studio Workshop: www.teahouseartstudio.com/susannah
Marrakesh Klausurtagung: www.instant-love.com

written by basterda on 2011-11-28 #lifestyle #interview #top-bloggers #susannah-conway #analogue-photographers
translated by wolkers

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