LC-A Big Book Kapitel 93: Film und Entwicklung

Einen Film für deine Kamera auszusuchen ist vergleichbar mit der Wahl der richtigen Leinwand sowie der Farben und Pinsel, mit denen man längere Zeit malen will. Obgleich der Gebrauch von Film und die Entwicklung etwas teurer sind als die Nutzung digitaler Aufnahmemöglichkeiten, sind die große Vielfalt und das einmalige Flair des puren analogen Films den Preis auf jeden Fall wert!

Eine gute Kenntnis deines Filmtyps (Farbnegativ, S/W, Dia-Film, Cross-Entwicklung) und der Filmgeschwindigkeit sind die halbe Miete wenn es darum geht, die von dir gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Für alles, was mit Film zu tun hat, solltest du unbedingt einen Blick hier riskieren:lomography.com/filmshop

Farbnegativ Film
Heutzutage liefert Farbnegativ Film natürliche Farben und Kontraste sowie eine große Belichtungsbandbreite. Das bedeutet, dass deine Abzüge immer noch umwerfend aussehen – auch, wenn du dich mit der Belichtung etwas vertan hast.

Der Film besteht aus einfachem Plastik, das mit wenigstens drei Lagen von lichtsensitiven Chemikalien beschichtet ist. Diese Chemikalien bestehen aus Silbersalzen. Ihnen werden kleine Mengen von Pigmenten hinzugefügt, damit die Verbindung in der Lage ist, verschiedene Farbnuancen einzufangen.
Es gibt eine große Auswahl an Negativfilmen, und jeder bringt eine leicht andere Farbigkeit und Sättigung mit. Probiere einfach verschiedene Marken und ISO-Geschwindigkeiten aus, um deinen Lieblingsfilm zu finden. Es gibt Filme mit 12, 24 oder 36 Aufnahmen.
Obwohl Filme mit weniger Aufnahmen günstiger im Einkauf sind, zahlen sie sich bei der Entwicklung nicht aus – denn der Preis für die Entwicklung ist in der Regel ein Fixpreis. Im Verhältnis sind daher die 36er Filme für schnellschießende Lomographen am günstigsten.

Schwarzweiß Film
Schwarzweiß Film ist perfekt für Porträtaufnahmen und hohe Kontraste; er verleiht deinen Bildern eine ganz besondere Atmosphäre. Du kannst S/W Film in der heimischen Dunkelkammer selbst entwickeln.
Auf diese Weise hast du mehr Freiheit und die maximale Kontrolle über deine Abzüge. Schwarzweiß Film ist definitiv das beste Medium, um mit Licht und Schatten, Kontrast und Schärfe zu spielen.
Auf dem Markt sind etliche Varianten erhältlich, etwa der XP2-Film. Diese spezielle Sorte S/W Film liefert perfekte Ergebnisse und wird, anders als gewöhnlicher S/W Film, mit C-41 (Farbnegativ) Chemikalien entwickelt. Er kann also schnell und günstig in jedem Labor bearbeitet werden – anders als konventionelle S/W Filme, deren weitere Handhabung oft teuer und zeitaufwendig ist. Wenn man den XP2-Film auf Papier abzieht, ergeben sich Bilder in Sepiafarben. Sepia wird in der Fotografie wegen seiner schönen braungrauen Töne geschätzt. Wenn du deinen Bildern einen nostalgischen Vintage-Effekt verleihen möchtest, solltest du also nach einem XP2-Film Ausschau halten und das Labor deines Vertrauens bitten, ihn in Sepia zu entwickeln. Jedes professionelle Labor sollte deinem Wunsch nachkommen können.

Dia-Film = Farbpositiv Film
Wenn du nach übernatürlichen Farben und verrückten Kontrasten suchst, solltest du deine LOMO LC-A+ mit Dia-Film bekannt machen. Professionelle Fotographen bevorzugen im Allgemeinen diesen Farbpositiv Film, weil er eine bessere Farbwiedergabe liefert und eine 1-Schritt-Entwicklung ermöglicht (keine Abzüge, daher weniger Korn und mehr Schärfe). Er ist mit einer anderen Chemie ausgestattet als Farbnegativ Film. Wenn man ihn cross-entwickelt (x-processed oder x-pro bedeutet, dass der Dia-Film in C-41 Chemikalien entwickelt wird anstatt in der E-6 Dia-Chemie), kommt es zu Farbverschiebungen und die Bilder explodieren förmlich vor Helligkeit, Sättigung und Kontrast. Ganz praktisch bedeutet das: Du wirfst einen Dia-Film in deine LOMO LC-A+ und machst ganz normal Fotos. Anschließend bittest du in deinem Labor freundlich darum, den Film zu crossen. Jeder Film und sogar jedes Labor liefert andere Ergebnisse. Es wird häufig empfohlen, den Film leicht überzubelichten und im Labor auf Verzicht einer Farbkorrektur zu bestehen. Auf diese Weise bekommt man sogar noch kräftigere Farben. Weitere Hinweise zur Cross-Entwicklung gibt es hier: www.lomography.com/x

Abgelaufener Film
Viele Lomographen kaufen abgelaufenen Film in größeren Mengen in Fotogeschäften oder im Internet. Wie Milch hat jeder Film ein Haltbarkeitsdatum, bis zu dem der Hersteller volle Funktionsfähigkeit garantiert. Professionelle Fotografen meiden abgelaufenen Film, weil Farbe und Farbsättigung nicht vorhersehbar sind – aber das ist genau das, was der Lomograph will! Erst kürzlich abgelaufene Film sind jedenfalls ein echtes Schnäppchen, weil ihre Ergebnisse oft vergleichbar oder sogar identisch mit dem noch nicht abgelaufenen Film sind. Wenn du ein bisschen mehr Unvorhersehbarkeit für deine Filme willst, solltest du auf jeden Fall abgelaufenen Film ausprobieren. Und wenn du eine große Menge Film zum günstigen Preis abgreifen möchtest, solltest du ebenfalls zuschlagen!

Filmgeschwindigkeit
Beim Kauf eines Films solltest du darauf achten, dass die Filmgeschwindkeit zu den Lichtbedingungen passt, die du für deine Bilder im Sinn hast: Ein sonniger Tag im Schnee, ein Event in einem spärlich beleuchteten Raum, ein schöner nostalgischer Regentag im Park… Die Filmgeschwindigkeit ist die Maßeinheit, welche die Lichtempfindlichkeit des Films angibt. Die gewöhnlichen Geschwindigkeiten sind ISO 100, 200, 400, 800 und 1600. Man kann es sich einfach merken: Je kleiner die Zahl, desto langsamer der Film; je größer die Zahl, desto schneller der Film. Langsame Filme sind weniger empfindlich und brauchten mehr Licht und/oder eine längere Belichtungszeit. Schnelle Filme eignen sich gut für Aufnahmen in dunkleren Umgebungen, liefern aber körnigere und weniger farbige Bilder. Es gibt Leute, die den körnigen, dunklen Look eines 1600 oder 3200 S/W Films besonders lieben. Du solltest das unbedingt mal ausprobieren! Mit deiner LC-A+ und einem schnellen Film kannst du in Innenräumen fotografieren, ohne ein Stativ zu benutzen! Bei einem abgelaufenen Film kann auch die Empfindlichkeit verändert sein – also mache dich auf unerwartete Ergebnisse gefasst. Du solltest immer daran denken, das ISO-Einstellrädchen deiner LOMO LC-A+ entsprechend der Filmgeschwindigkeit zu justieren, denn nur auf diese Weise arbeitet die Belichtungsautomatik der Kamera richtig. Du kannst deine Bilder aber auch über- oder unterbelichten: Um sie unterzubelichten, wähle eine etwas höhere ISO-Einstellung an deiner Kamera (etwa ISO 800 für einen 400er Film). Um sie überzubelichten, stelle ISO 100 ein, während du einen 400er Film benutzt.

Film kaufen
Entgegen aller Gerüchte, die besagten, dass analoges Material und Filme in unserem digitalen Zeitalter langsam verschwinden, können wir beim Leben der Lomographie schwören, dass Film bei vielen Professionellen und Amateuren immer noch in Benutzung ist, und dass er erhältlich sein wird, solange es die LOMO LC-A+ gibt (und umgekehrt). Warum? Weil es da draußen Millionen von großartigen Analogkameras gibt; weil analoge Fotographie zu einer eigenen Kunstform wird; weil alle großen Filmhersteller uns versichert haben, dass sie immer Film produzieren werden; und weil Film, ganz generell, nicht so schwierig herzustellen ist. Deshalb wirst du immer Farbnegativ, S/W und Dia-Film in professionellen Fotoläden finden. Um an günstigen Film zu kommen, empfehlen wir Ausverkäufe von alten, no-name oder abgelaufenen Filmen.

Entwicklung
Es liegt an dir, ob du dich für ein professionelles Labor oder den Supermarkt um die Ecke entscheidest. Während die Supermarkt- und Drogerie-Entwicklung definitiv günstiger ist, bieten Labore eine größere Bandbreite von Druckformaten an, übernehmen das Einscannen des Films und kümmern sich um individuelle Wünsche (etwa die Frage nach dem Verzicht auf Farbkorrektur beim Cross-Entwickeln, während viele Supermärkte nicht einmal das Crossen an sich anbieten). Wenn du sicher bist, dass du den absoluten Hammerfilm verschossen hast, zahlt es sich oft aus, etwas mehr Geld in eine professionelle Entwicklung zu investieren. Wenn du aber einfach nur sehen willst, was bei deinem letzten experimentellen Shooting herausgekommen ist, kannst du die Rolle auch in den Supermarkt bringen. Die traditionelle Lomogröße für Abzüge ist 7×10 cm, aber viele Geschäfte bieten dieses Format nicht mehr an. Abzüge in 9×13 oder 10×15 cm sind aber genauso gut.

Moderne Lomographen ordern ihre Bilder zusätzlich als Scan auf CD. So ist es noch einfacher, neue Fotos ins Lomohome zu laden. Es empfiehlt sich, die Scans in einer höheren Auflösung anfertigen zu lassen. Schließlich willst du bestimmt an den Wettbewerben der Lomographischen Gesellschaft teilnehmen, die ja auch manchmal Bilder aus der Community in Büchern veröffentlicht. Die Standartauflösung für 10×15 cm Abzüge ist 1200×1800 Pixel. Für hochqualitative Drucke ist es jedoch besser, eine Größe von 2400×3600 Pixel zu wählen (auch, wenn das etwas mehr kostet).

Das Einscannen der Negative: Auf lange Sicht ist es am günstigsten, seine Bilder selbst einzuscannen. Heutzutage bekommt man qualitativ hochwertige Scanner zu einem guten Preis. Mittels dieser Geräte ist es möglich, 35mm Negative selbst einzulesen. Das braucht manchmal seine Zeit, aber du bekommst mehr Kontrolle über die Ergebnisse und die Auflösung. Und du bezahlst im Laden nur noch den Film und dessen Entwicklung und sparst so eine Menge Geld. Ein Scanner ist eine gute Investition für jeden ernsthaften Lomographen.

Lies die ganze Geschichte hier

written by ungrumpy on 2011-10-23 #film #lc-a #library #lomography #bibliothek #geschichte
translated by princess_crocodile

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