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Urahn unter falscher Flagge – Meine Porst CM 135

Man sieht ihr die Verwandtschaft zur LC-A an, bemerkt bei näherem Hinsehen aber auch ein paar Unterschiede. Und dann der Name! Porst? Photo Porst?!? Nein, Porst hat diese Kamera nicht selbst gebaut, aber in Deutschland vertrieben. Eigentlich ist es nämlich eine Cosina CX-1, von deren Nachfolgerin CX-2 die LC-A kopiert wurde.

Ich fand diese Kamera in einem populären Internetauktionshaus, als ich auf der Suche nach einer preisgünstigen Übergangslösung war, bis ich mir eine LC-A+ würde leisten können. Ich hatte etwas Angst, mit einer gebrauchten LC-A auf die Schnute zu fallen, da diese nicht so wirklich billig weggehen und viele Gebrauchtkäufer mit Problemen zu kämpfen haben, die ich mir ersparen wollte. Für eine neue oder refurbishte LCA reichte das Geld bzw. die Piggies aber noch nicht.

Und so stolperte ich über diese Kamera, sie wurde in der Beschreibung mehr so im Nebensatz erwähnt, sie kam nämlich im Verbund mit einer Revueflex Spiegelreflex, von der sich der Verkäufer offenbar mehr versprach. Beschreibung wie auch Fotos waren dürftig, und so war es kein Wunder, dass das ganze Paket für gerade mal 13€ (inkl. Versand) den Besitzer wechselte. Ich war sehr aufgeregt, als die beiden endlich bei mir ankamen. Und, wie erwartet, entsprach die arme, alte Porst vom Zustand her schon dem gezahlten Preis. Das Transportrad war lose, zwei Schrauben fehlten und im Deckel war eine Bruchstelle. Aber das alles war mit geringem Schrauberaufwand lösbar, und so konnte der erste Film direkt durchlaufen. Einzig der Bildzähler funktioniert immer noch nicht, ist mir aber auch relativ egal. Grob hat man ja im Gefühl, ob man jetzt 10 oder 30 Bilder gemacht hat, und zur Not hat man eh noch einen Reservefilm in der Tasche.

Der erste Film übertraf direkt mal sämtliche Erwartungen, ich war sehr begeistert, vor allem von der perfekten Belichtungsmessung. Innenraumaufnahmen waren überhaupt kein Problem aus freier Hand. Wunderbar! Aber seht selbst, hier ein paar Beispiele des ersten Films:

Seitdem begleitet mich die Dame öfters, und hat sich bisher immer bewährt. Sie ist genauso groß wie die LC-A und passt daher perfekt in jede Tage. Optimale Bedingungen, um sie immer dabei zu haben! Sonst verpasst man perfekte Momente wie diese hier:

Auch auf Reisen begleitet mich die Porst sehr gerne. Hier zum Beispiel in Berlin:

Und auf Ententreffen, diesmal als Xpro-Entwicklung:

Ganz besonders gut gelingen übrigens Nachtaufnahmen mit der Kamera. Einfach eine stabile Auflage suchen (Zaunpfahl, Geländer usw.) und den Auslöser drücken, bis es zum zweiten Mal klackt (ein Drahtauslöseranschluß fehlt leider). Wenn Ihr ein ruhiges Händchen hattet, kommen da Aufnahmen wie diese heraus:

Noch ein paar technische Infos:

Die Kamera unterscheidet sich von der LC-A durch ein paar Details.
Auffälligster Unterschied: Der Deckel, der das Objektiv und den Sucher schützt, ist deutlich großflächiger und wird 90° zur Seite gedreht, um die Kamera schußbereit zu machen.
Das Objektiv selbst hat eine Lichtstärke von f/3,5 und eine Brennweite von 35mm, im Gegensatz zu f/2,8 und 32mm bei der LC-A, ist also nicht ganz so lichtstark und nicht ganz so weitwinkelig.
Im Prinzip war’s das schon, außer ein paar Details, die man erst beim Auseinanderbauen bemerkt, gibt es sonst nichts. Ob die „russische Linse“ wirklich sichtbare Unterschiede liefert, müßte man mal im A/B-Vergleich mit gleichem Film bei gleichen Bedingungen testen. Ich bezweifle aber, daß es viel ausmacht.

Die ISO-Werte starten bei 25, was ein sehr guter Wert ist, um Redscale-Filme einen nostalgischen Touch zu geben. Maximal ist ISO 400 drin, mir hat das bisher immer ausgereicht. Man kann aber auch das Sichtfenster des Belichtungsmessers mit halb-dunklem Klebeband abkleben, um noch längere Belichtungen zu erreichen.

Fazit: Eine wunderbare Kamera, die der LC-A nicht wirklich nachsteht und die unter glücklichen Umständen sogar günstiger zu haben ist (jeder Flohmarktverkäufer, der was auf sich hält, wird wohl schon mal das Wort „Lomo“ gehört und seinen Warenbestand darauf überprüft haben, unter dem Namen Porst hat die Dame keine große Lobby und bleibt preiswert). Anders sieht die Sache da schon bei Ebay aus, denn eine Cosina CX-1 ist schon selten und beliebt, unter diesem Namen sogar noch mehr. Glück muß man haben! Tja, und so wird meine Porst CM 135 auch in jedem Fall in meinem Kameraschrank wohnen bleiben und weiter oft mit auf Tour gehen, auch wenn es irgendwann mal für eine LC-A(+) reichen wird…

P.S.: Die Spiegelreflex, die mit der Porst zusammen kam, hat auch ihren Platz in meinem Fotoschrank gefunden. Darüber gibt es in Zukunft dann sicher auch mal ein Review.

written by marcel2cv

2 comments

  1. zorki

    zorki

    Genau diese Kamera habe ich heute mit einem Blitz und einer Tasche auf einem Flohmarkt für 15 € bekommen. Sie funktioniert einwandfrei und deine schöne Review lässt schon mal auf sehr Gutes hoffen! :-)

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  2. marcel2cv

    marcel2cv

    @zorki: Wow, das ist ein Kampfpreis! :) Dann viel Erfolg damit, sie wird Dich bestimmt nicht enttäuschen.

    about 1 year ago · report as spam