Petzval_header_october_2014
Have an account? Login | New to Lomography? Register | Lab | Current Site:

LomoReporter: BRIGHT Tradeshow, Analoge Gedanken

Nachdem ich einen Wettbewerb von Lamonomagazine und BRIGHT Tradeshow gewonnen habe, bin ich als BRIGHTHunter nach Berlin gefahren und hier sind meine Erlebnisse: Es waren nur 4 Tage, aber für mich fühlte es sich wie Wochen an. Obwohl ich fast gar nicht geschlafen habe, war es eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Ich konnte eine ganz neue Welt erleben, neue Leute & Freunde kennenlernen und mich verlieben - ein bisschen zumindest! Jetzt nutzte ich die Gelegenheit um meine Abenteuer mit euch zu teilen und euch ein paar Bilder der Veranstaltung zu zeigen, die sowieso mehr als 1000 Worte sagen. Viel Spaß!

Liebe Lomographen! Das ist mein erster Artikel als Lomo-Reporter und ich bin wahnsinnig aufgeregt.
Alles hat damit angefangen, dass ich einen Wettbewerb gewannn und BRIGHTHunter bei der BRIGHT und mit dem Team vom Lamono Magazine nach Berlin gefahren bin.
Meine Aufgabe war es, einen täglichen Bericht mit Bildern zu schreiben. Aber da ich auch ein großer Fan der analogen Fotografie bin, musste ich einfach meine Lomo LC-A nach Berlin mitnehmen.
Also hier werde ich euch von meiner Erfahrung als BRIGHTHunter berichten und mit euch die schönsten Erfahrungen dieser paar Tage teilen und natürlich die besten Ergebnisse aus der Dunkelkammer zeigen.

Die Geschichte beginnt mit meiner ersten Nacht in Berlin, als ich Gelegenheit hatte Thomas Martini zu treffen, eines der Genies, das hinter BRIGHT steht. Wie ich ihn getroffen habe? Nun, er hat mich zum Abendessen in eines der coolsten und ungewöhnlichsten Restaurants Berlins eingeladen: Cookies Cream, in Berlin Mitte, dem historischen Zentrum der Stadt.

Essen, reden und reden – Thomas hat mir seine Geschichte erzählt.
Er hat Marco Aslim bei einer Geburtstagsparty in ihrer beider Heimatstadt in der Nähe von Frankfurt kennengelernt. Als sie bemerkten, dass sie beide die gleiche Leidenschaft für die Skate-Kultur teilten, haben sie angefangen, gemeinsam ein paar Projekte zu entwickeln.
1996 haben sie beschlossen nach Frankfurt zu ziehen und die KPP Agentur zu gründen.
Bald haben sie angefangen mit vielen Skate- und Streetwear Marken zusammenzuarbeiten.
Eines Tages hat Marco vorgeschlagen eine Tradeshow zu organisieren. Zuerst war Thomas dagegen aber nach ein paar Tagen hat er Marco angerufen und zugesagt. Und so wurde BRIGHT geboren.
Warum BRIGHT? WEil es ein Name sein sollte, der in vielen Sprachen funktionierte.

Seitdem ist Bright mit jeder Ausgabe immer größer geworden. Thomas hat mir erzählt, dass der Grund dafür ist, dass Marken mit Skate-Bezug einen sehr speziellen Stil haben und eine besondere Ausstellung brauchen – anders als herkömmliche Messen. Die Idee war es, die Kultur und den Lebensstil des Skateboardens zu zeigen. Was sie also von anderen Messen abhebt, ist, dass sie Ausstellungen, Treffen, Partys und Vorführungen mit internationalen Skate-Stars beinhaltet, die extra nach Berlin kommen um bei BRIGHT mitzumachen.

Nach dem Abendessen sind wir durch die verschneiten Straßen von Berlin spaziert bis die Kälte schließlich gewann und wir uns für ein Taxi entschieden haben. Der letzte Stop des Abends war die VICE Party, wo wir noch ein paar Bier tranken, tanzten uuund… Ich traf Erlend Øye, Mitglied von Kings of Convenience, eine meiner Lieblingsbands.

An meinem ersten Tag habe ich den Veranstaltungsort der 16. Ausgabe der BRIGHT Tradeshow besucht. Und es war unglaublich. Ein riesiges Gebäude um alles über das Skaten, Boardsport, Streetwear und zeigenössische Kunst auszustellen. Für die, die es noch nicht wussten: Die BRIGHT Tradeshow fand zum ersten Mal im Sommer 2005 statt – die erste Skate Ausstellung in Europa überhaupt. Während der ersten Show waren über 50 Marken dabei. In späteren Ausgaben ist es immer weiter über die Kapazitätsgrenzen hinaus gewachsen. Im Sommer 2010 ist die Bright Tradeshow schließlich nach Berlin umgezogen und das hat der Veranstaltung noch zusätzlich Bedeutung eingebracht.

Heute sind jedes Jahr über 300 Marken aus der ganzen Welt vertreten.
Mit dem Zuwachs an Ausstellern kommen auch mehr Besucher – zwischen 12.000 und 15.000 Profis kommen und präsentieren sich bei den Ständen und in den Parks. Dieses Mal hat die Bright den Veranstaltungsort gewechselt und findet jetzt in Berlin Mitte Alte Münze statt (vorher war es im früheren Hauptquartier der Stasi). Die Entscheidung für das Stadtzentrum hat die Bedeutung und den Besucherzustrom noch einmal vergrößert. Denn Bright ist die ideale Plattform für Marken um Geschäfte mit Einzel- und Großhändlern einzufädeln und sowohl für junge Designer als auch internationale Marken eine tolle Gelegenheit ihre Produkte und Jobs zu präsentieren.

Neben der Funktion einer globalen Plattform zur Vermittlung von Mode und der Tatsache, dass die kommerzielle Seite und die produktorientierten Rahmenbedingungen eine führende Rolle besetzen, gibt es Wettbewerbe und Skate-Präsentationen, Konzerte, Parties und Kunst in vielen verschiedenen Formen (von Illustrationen über Fotografie und Film). Dieses einzigartige Konzept des informellsten Geschäftstreffens Europas, bewirkt die bestmögliche Identifizierung und das Image der Veranstaltung.
Zusammen mit ausgewählten Ausstellern, dem Unterstützungsprogramm sowie der Integration in die Berlin Fashionweek ist eine aussichtsreiche Zukunft abzusehen. Dieses Mal wurde die Veranstaltung von Medien und Bloggern aus über 27 Ländern präsentiert – und ich war einer von ihnen!

Als kurze Anmerkung: jeder der mich gut kennt, weiß dass ich für High Heels sterben würde.
Auch wenn das heißt, dass ich am Ende der Nacht manchmal barfuß nach Hause komme. Und ich mag Frauenzeug – Kleider, Röcke, Strümpfe, Seidenhandschuhe, Schleifen und Haarbänder gibt es in meinem Schrank nie zuviel. Aber ich bin auch nur ein Mensch und natürlich habe ich auch Sneakers. Das Problem ist, dass ich das gleiche, von den 80ern inspirierte Modell in allen verschiedenen Farben und Versionen habe. Das ändert sich nie. Aber ich muss zugeben, dass ich mich heute dabei erwischt habe, wie ich alle Sneaker Modelle kaufen wollte. Und es könnte nicht anders sein, Sneakers sind die wichtigsten Partner von Skatern (neben den Boards natürlich). Deshalb ist BRIGHT ein Paradies voller Sneaker und viele Marken wären gerne dort gewesen.

Eines habe ich auf der BRIGHT Tradeshow gelernt: unabhängig vom neuesten Trend Longboard oder Minicruiser hat ein echter Skateboarder auch immer ein gewöhnliches Skateboard.
Eines, mit denen man Sprünge und Tricks machen kann. An den anderen gibt es nichts auszusetzen, aber es sagt einfach jeder, dass es nichts vergleichbares als ein Original Skateboard gibt. Ich habe Rollerskates und ich weiß eigentlich nicht viel über Skateboards. Aber ich bin BrightHunter und "Adel verpflichtet”.
Also werde ich euch erzählen was ich hier gesehen und gelernt habe. Longboards sind stabil und schnell, das sind manchmal Vorteile, kann aber auch sehr unpraktisch sein: weil sie sehr groß sind und Wendungen schwer sind – außerdem nervt es, wenn man es tragen muss.

Die Minicruiser, auf der anderen Seite, sind wiederum einfach zu transportieren – manche passen sogar in den Rucksack. Aber sie sind nicht stabil und es braucht eine Zeit bis man sich daran gewöhnt hat.
Für Anfänger ist auf jeden Fall das Longboard die bessere Wahl, weil man damit erstmal das nötige Selbstvertrauen gewinnt. Aber – das ist zumindest die Meinung der Leute, mit denen ich hier gesprochen habe – nichts schlägt ein Skateboard.

Foto von alina_lakitsch

An diesem tollen ersten Tag haben wir den Nachmittag und Abend im “The House of VANS” verbracht, einer Plattform für kreative Selbstdarstellung mit Kunst, Musik und Skate-Events. Normalerweise befindet es sich in Brooklyn, NY aber dieses Jahr ist es aufgrund der großen Nachfrage für 3 Nächte nach Berlin gekommen, um Skate-Kultur, Streetfashion, Musik und Fotografie zu präsentieren. Es befindet sich im Stadtbad Oderberger Straße,, einem früheren Hallenbad.

Dort habe ich eine Fotografie-Ausstelung gesehen, bei der es um die DIY Empfindungen des Skateboardens ging und ich hatte die Möglichkeit eine Sammlung von Vintage VANS Schuhen anzusehen, die ganz nebenbei die 47-jährige Geschichte der Marke repräsentieren. Außerdem konnte ich mit Skatelegende Tommy Guerrero sprechen. Und, das Beste, ich habe auch noch ein Paar klassische Vans bekommen!

Meinen zweiten Tag als BrightHunter habe ich auf der Messe verbracht.
Neben den Ausstellern gab es noch jede Menge andere Aktivitäten: Ausstellungen, Filme, Parties und natürlich jede Menge Skateboard – Action. Ich kann nicht aufhören daran zu denken, wie cool es war dort gewesen zu sein und noch weniger damit es euch zu erzählen und ich glaube am Ende werdet ihr es leid sein es zu hören.

Eines der besten Erlebnisse war, als ich mit meiner Freundin Berta in einer riesigen, provisorischen Bar war. Die Atmoshäre war großartig (obwohl an einer der Wände ein riesiges Porträt von Merkel hing)

Ich habe überlegt das berühmte Lied von Fontella Bass zu singen, als ich das 3. Auge der Frau sah, habe mich dann aber doch für einen würzigen Yogi Tee entschieden. Auf den Fotos unten seht ihr Leute beim relaxen und wie sie in meine Kamera lachen.

Am Abend haben wir eines der am meisten ersehnten Events dieser Woche besucht:
Die Verleihungszeremonie des 2. europäischen Bright Skate Awards. (BESA). Die Veranstaltung fand im Bablyon Theater, einem Old-School Kino im historischen Zentrum statt.

Aber das war noch nicht alles: nach der Verleihung (und ein paar Getränken) waren wir noch auf einer Party im The House of Vans namens CREATIVE CONTROL, die von Tommy Guerrero und Ray Barbee als offizielle After-Show Party organisiert wurde, um die Awards zu feiern. Dort gab es eine Menge süße Typen, Musik von Tommy Guerrero und seiner Band und auch eine Live-Performance von Tortoise, einer amerikansichen Post-Rock Band. Unten seht ihr einige der besten Momente dieser Nacht.

Am nächsten Tag hatten wir natürlich einen ziemlichen Kater und es war ziemlich hart vom Hotelzimmer zum Frühstück zu gelangen – es war immerhin 20 Meter entfernt.

Oh jetzt fällt mir gerade auf, dass ich noch nicht über das Hotel geredet habe.
Es war wirklich toll. Ich habe die Aussicht aus dem Zimmer geliebt. Ich bin sicher, ihr könnt es euch vorstellen. Sehr viele Betonblöcke und noch viel viel mehr geometrische Betonlinien.
Unendliche Reihen identischer Fenster, kahle Bäume, Schnee und Kinder die Schneemänner bauen (das ist nur in meiner Vorstellung passiert).

Aber wenn ihr jetzt graue, windige und verregnete Tage im Kopf habt, irrt ihr euch. Die Schneeflocken haben geglitzert und alles war BRIGHT. Besonders meine Straße mit den Straßenbahnen und Stationen. Ich will sofort wieder hin.

Nun, alle guten Dingen müssen ein Ende haben. Aber wie es so schön heißt: kurz aber gut.
Und das war auch die BRIGHT Tradeshow. Auch wenn es schade ist, dass es schon vorbei ist – ich bin wirklich positiv überrascht.

Die Veranstalter, Thomas Martini und Marco Aslim, haben es geschafft sich von gewöhnlichen Ausstellungen abzuheben. Und aus diesem Grund ist es ein guter Mix, mit Berlins natürlicher Kreativität und positiver Atmosphäre – das hat man auch bei der Abschlussparty gemerkt. Sie fand im Generation 13 statt, einem Sneaker Museum des deutschen Schauspielers Oliver Korittke und seinen zwei Freunden Oliver Kircher und Niklas Becker. Sie haben Sneakers und andere Objekte der Popkultur aus den letzen vier Jahrzehnten gesammelt.

Die Party war wirklich cool und die Gästeliste war großartig, mit einigen der coolsten Leute die mir einfallen, die einfach kamen um die BRIGHT Stimmung zu erleben. Wie schon zuvor, könnt ihr unten die Hightlights einer Nacht voller Spaß, Sneakers und ihren Geschichten und Getränken (nur ein paar!) sehen.

Ich bin wieder daheim in Madrid und es kommt mir irgendwie vor als wäre die BRIGHT Tradeshow nur ein Traum gewesen. Die Tage sind so schnell vergangen, dass ich wirklich dankbar für das Tagebuch bin, damit ich mir für immer daran erinnern kann.

Foto von alina_lakitsch

Aber das wichtigste ist, das BRIGHT mir die Gelegenheit gegeben hat, eine ganz neue Welt zu entdecken, neue Leute & Freunde kennenzulernen und mich zu verlieben – ein bisschen zumindest.

written by alina_lakitsch and translated by sisu14

No comments yet, be the first

Read this article in another language

The original version of this article is written in: English. It is also available in: Spanish.