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Nouna und seine Schulen - Schönheit und Leidenschaft

Nouna im Nordwesten Burkinas war für eine Woche unser Aufenthaltsort während Vicunas und meinem Abenteuer in Burkina Faso. Wir waren in einer Gruppe ausschließlich von Rektoren und Lehrern (Stéphane ist ja selber einer) unterwegs und deshalb haben wir viele Schulen in Nouna besucht. Es war sehr eindrucksvoll!

Foto von wil6ka

Stéphanes Bruder Gérard ist Schuldirektor und gleichzeitig im Stadtrat der südfranzösischen Stadt Saint Priest. In dieser Funktion begleitet er seit fast 10 Jahren Entwicklungsprojekte in der Partnerstadt Nouna, die im Nordwesten von Burkina liegt, in der Nähe von Mali. Burkina ist ein armes Land, das zweitärmste der Region und es braucht Unterstützung von Außen. Immer wenn wir, die Delegation von Weißen, kamen, war das eine tolle Abwechslung zum Schulalltag. Es war eine interessante Stimmung zwischen feierlich, neugierig und eigenartig. Wenn man aber selber viel lächelt, lockert die Stimmung auch schnell auf. Besonders wenn man sich dann ein paar Meter vom Schulgebäude entfernt. Auf jeden Fall freuen sich die Schüler auch über die Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird und posieren gerne für die Kamera.

Gelder für die Schulen kommen aus verschieden Töpfen. Manchmal direkt aus der Partner-Gemeinde Saint Priest, oder von anderen Partnerstädten oder NGO’ s. Ist am Ende auch egal, Hauptsache, das Geld kommt. Komplette Schulgebäude und auch teilweise die Gehälter von Lehrern können dadurch gestemmt werden. Wichtig ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Es wird genau Buch geführt, dass keine Summen versacken. Schulgebäude sind meistens große Häuser mit noch größeren Klassenräumen, dort wird teilweise jahrgangsübergreifend unterrichtet. Die Ausstattung und auch die sanitären Anlagen sind natürlich nicht mit westlichen Standards zu vergleichen, aber das Wichtigste ist, etwas für den Kopf zu tun.

Man muss sich als Schüler schon ins Zeug legen, denn für individuelle Förderung ist einfach keine Zeit. Aber viele Kinder realisieren schnell, dass Bildung der Schlüssel für den sozialen Aufstieg ist. Aus unserer Delegation gab es aber auch persönliche Zuwendung. Vero, eine andere Bildungsbeamte aus unserer Gruppe, hat schulische Patenkinder. Und die Förderung unterliegt gewissen Ritualen, die ich beobachten konnte. Die Kids kommen zu Besuch und zeigen schüchtern ihre Schulhefte und damit wie fleißig sie lernen. Als Belohnung gibt es dann neue Filzstifte und Hefte, die stolz wie eine Trophäe von dannen getragen werden. Diese Art persönliche Zuwendung für Kinder ist besonders in Afrika wichtig. Denn das Leben ist hart und die Kindersterblichkeit hoch. Deswegen bauen die Eltern erst spät eine persönliche Bindung zu ihren Kindern auf. So wurde es mir zumindest berichtet, und es macht auch Sinn. Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass die Kinder heute mehr Bildung erhalten als ihre Eltern, sie können also in Bildungsfragen nicht als Vorbild dienen. Deswegen ist es toll, wenn sie eine Anerkennung für ihre Leistung erhalten und hochmotiviert zur Schule gehen.

written by wil6ka

1 comment

  1. lomoherz

    lomoherz

    Beautiful <3

    8 months ago · report as spam

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