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Hallig Hooge - eine Insel aus Sand

Das mit den Halligen ist schon eine sehr interessante Sache, Inseln, die nur aus Sand bestehen, und das auch noch in der Nordsee. Grund genug, einen Location Artikel über Hooge zu schreiben. Diesen wilden, fast verwunschenen Ort, an dem Schaf A zu Schaf B Gute Nacht sagt und Wattwürmer eine Beachparty feiern.

Ich war letzten Sommer zum ersten Mal auf einer Hallig, eigentlich erstaunlich, wenn man, wie ich, im Norden wohnt. Oft bekommen die exotischen Destinationen den Vorrang. Aber es war dann doch irgendwie ein Abenteuer. Zuerst fährt man mit dem Zug an den Rand der Zivilisation und steigt dann auf eine Fähre. Die Brise ist immer steif und immer kalt. Ich war im August da, Sommerfrische? Forget it! Denk an die warme Jacke. Und versuche erst gar nicht, im Winter hinzukommen. Die Hauptfähren machen von November bis März eine große Pause. Wenn man unbedingt hin möchte, gibt es bestimmt auch Wege. Verheiratet oder verwandt mit einem der Hallig-Lüd zu sein hilft auf jeden Fall. Dann ist ein Platz im Kutter frei. Außerdem würde man auch deren Bräuche, Klamotten und Schnack noch besser kennen lernen. Denn eines ist klar. Hallig-Lüd zu sein, kommt mit Konsequenzen.

Hier und da müssen die rund 90 Bewohner auf Hooge mit einer Springflut rechnen. Deswegen thronen ihre Häuser auf sogenannten Warften – aufgeschütteten Erdhügeln. Auf den rund 6 Quadratkilometern gibt es rund 13 Warften mit so vielen Häusern, wie sie tragen können. Hooge ist die zweitgrößte von 10 Halligen im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer, man bräuchte schon einen halben Tag, um sie komplett abzulaufen, je nachdem wie fit man ist.

Cool ist auch der Schulunterricht. Aktuell gibt es 4 Schüler im Grundschulalter, die einen Lehrer haben, der alle Fächer unterrichtet. Lustig: auf der Fahrt nach Hooge habe ich eine Lehrerin kennengelernt, die nur eine Schülerin in Neuwerk unterrichtet, das ist eine Insel in der Nordsee, die aber zu Hamburg gehört – tolle Sache. Auf jeden Fall ist es großartig für die Kids, so im Einklang mit der Natur aufzuwachsen. Pferde, Schafe, Vögel und Würmer ohne Ende. Das bedeutet natürlich auch Arbeit: Füttern, pflegen, scheren und schlachten :)

Ein Stückchen Watt-Feeling habe ich mir dann in einer einer Wanderung geholt. Da schaut man sich das ganze Getier dann sehr viel genauer an. Grabt tief, sinkt ein und holt auch mal das Sieb raus, um Plankton, kleine Garnelen, Schnecken, Krebse und Kaulquappen einzufangen. Ziemlich faszinierend und deswegen auch zurecht von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Es ist auf jeden Fall spaßig durch den Matsch zu laufen und mit der richtigen Führung kommt man auch rechtzeitig vor der nächsten Flut zurück.

written by wil6ka

4 comments

  1. zonderbar

    zonderbar

    @wil6ka wollen wir da mal zusammen hin? brauch auch mal wieder Nordsee-Feeling!

    7 months ago · report as spam
  2. wil6ka

    wil6ka

    @zonderbar natster - gerne :)

    7 months ago · report as spam
  3. pearlgirl77

    pearlgirl77

    tolle bilder.. ich war bis jetzt nur auf langeneß.. aber da war es schon wunderschön.. schöner bericht da bekomm ich lust dieses jahr sofort hinzufahren ;)

    7 months ago · report as spam
  4. candee2104

    candee2104

    Herrlich! Ich möchte jetzt sofort dahin, mit Wind, Watt und Ponys! <3

    7 months ago · report as spam

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