Have an account? Login | New to Lomography? Register | Lab | Current Site:

Die Armenviertel von Rio de Janeiro

Rio de Janeiro ist definitiv eine fotogene Stadt (sogar mit eigenem Lomostore), aber die Leute bleiben oft nur an den Stränden und in der Nähe der Touristenattraktionen und meiden die Armenviertel, auch Favelas genannt, da diese einen schlechten Ruf genießen.

Foto von dcamposeco

Wie ihr vielleicht wisst finden die olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro statt. Während das generell ein Grund zum Feiern und für Vorbereitungsarbeiten ist, bringen die Olympischen Spiele auch Veränderungen in den Favelas (das brasilianische Wort für Slums): nämlich Beruhigung und Bevölkerungsaustausch. Es gibt nicht mehr viele Favelas, so wie sie in Filmen wie City of God oder Elite Squad dargestellt werden.

Foto von dcamposeco

Beruhigungsversuche — in den Orten, in die die Regierung das Militär gesendet hat, um Gewalt und Kriminialität zu reduzieren, können auch Fremde wie ich (ich bin mexikanisch-amerikanisch) die Favelas von Rio betreten. Favela da Rocinha, die größte Favela in Südamerika, war eine der ersten Favelas, die von diesen Befriedungsversuchen profitierte – hauptsächlich aufgrund ihrer Berühmtheit und der Nähe zu Rios berühmten Stränden wie Ipanema und Copacabana.

Foto von dcamposeco

Während Rocinha sehr viel sicherer ist, als es früher war, sollte man dennoch vorsichtig sein. Ich habe auch bemerkt, dass ich mich mit einer kleinen Kamera in den Favelas sehr viel sicherer fühle als mit einer riesigen Kamera, die geradezu “Tourist” schreit.

Foto von dcamposeco

In Rocinha bringt der geschätzte Graffitti-Künstler Wark da Rocinha Kindern der Favela jeden Samstag bei, wie man Graffitti Kunst macht. Beim Umweltgipfel Rio +20 der Vereinten Nationen wurde er zur Arbeit in Rocinha beauftragt, und ich habe mich dazu entschlossen, ihn zu beobachten. Ihm hat meine Anwesenheit überhaupt nichts ausgemacht, und am Ende hat er mir eine Sprühdose Farbe gegeben, im Austausch für einige Fotos, die ich gemacht habe.

Morro da Providência, Rio de Janeiros erste und traditionsreichste Favela, befindet sich im Zentrum von Rio. Sie ist auch das Zuhause des brasilianischen Fotografen Mauricio Hora, der die Kinder in der Favela im kulturellen Zentrum A Casa Amarela (das gelbe Haus – gegründet von dem Künstler JR) Fotografie lehrt. An diesem Ort befindet sich auch eine von JRs Installationen seiner Women are Heroes Serie.

In Providência findet gerade eine ernste Gentrifizierung der Gegend statt, da die Stadtverwaltung viele der Bewohner ausweisen möchte um eine umstrittene Gondelbahn zu bauen, die den Hafen mit der zentralen Metrostation der Stadt verbindet – eine Vorbereitung auf die olympischen Spiele 2016. Die Gondel würde am höchsten Punkt der Favela sein, und gleichzeitig viele der derzeitigen Bewohner von ihrer langjährigen Heimat vertreiben, und sie zwingen, in die Ersatzappartments der Regierung zu ziehen. Die Zerstörung vieler Häuser hat bereits begonnen und viele Bewohner wurden schon ausgewiesen.

Maurico Hora glaubt, dass der beste Weg, diese Vorgehensweise zu bekämpfen, ist, Aufmerksamkeit für das Problem zu erzielen – auch durch Fotografie. Wenn ihr also das nächste Mal in Rio seid, nehmt eure Kamera und seht euch die komplexen und gleichzeitig schönen Favelas von Rio de Janeiro an.

Foto von dcamposeco

written by dcamposeco and translated by sisu14

No comments yet, be the first

Where is this?

Nearby popular photos – see more

Nearby LomoLocations

Read this article in another language

The original version of this article is written in: English. It is also available in: Československy & Français.