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Ein lomographisch inspirierter Trip nach Berlin Teil 2

Nachdem ich den Lomography City Guide Berlin aus einer Laune heraus gekauft hatte, verliebte ich mich plötzlich in die kleine Welt, die darin aufgezeichnet war, und da ich schon lange ein Verlangen hatte, mal wieder zu verreisen, besorgte ich mir einen Pass, überzeugte meine Freundin Sarah, dass sie mitkam, und ließ meinen kleinen, aus einer Laune heraus entstandenen Traum, wahr werden! Dies ist Teil 2 unserer Abenteuer in Berlin!

Tag 2: Wir standen früh auf, um unsere Forschungsreise fortzusetzen. Die Stadt war sehr ruhig an diesem Wochenendmorgen, aber der Flohmarkt am Boxhagener Platz (Nr. 22) erwachte bereits zum Leben, als wir dort ankamen. Die kleinen Stände waren voll von Vintage-Wohnaccessoires, Schallplatten, Büchern, handgefertigten Halsketten und schrulligen Kunstwerken, während Geiger und Bauchredner die Sonntagmorgen-Spaziergänger unterhielten.

Dann ging’s zurück zum RAW-Komplex an der Warschauer Straße (Nr. 018), ein Ort, wo man mit Straßenkindern, Streunern und generell Exzentrikern in einer künstlerischen Bohemian-Umgebung abhängen, essen und trinken kann. Wir haben im Hektik Food im RAW-Komplex gegessen, dass war ein Doppeldeckerbus, den man in ein Café umgebaut hat. Der Besitzer schlief auf einem der Sofas, so versuchte sich eine seiner Freundinnen am Herd, aber sie hatte offensichtlich keinen Schimmer, was sie da tat. Wir mussten lange aufs Essen warten, aber es war schon irgendwie ein Erlebnis, und sie gab uns noch leckere gewürfelte Kartoffeln mit Mayo dazu! Zu Beginn freundeten wir uns mit einem Jungen an, der nicht sprechen konnte, aber er war sehr freundlich! Er bat um ein paar Fotos mit uns, brachte uns seinen speziellen Handshake bei, rauchte ein paar und ging wieder. Unser nächster Gast war weniger freundlich… Er trug nur einen Lendenschurz und ein paar riesige Bretzel um den Hals, fing an zu tanzen und wütend rumzuschreien, aber wir konnten ihn nicht verstehen, vermieden daher Augenkontakt und unterhielten uns weiter. Das nächste, an was wir uns erinnern war, dass er eine Glasflasche in Richtung von Sarahs Kopf warf! Zum Glück verfehlte er sie. Als kurz darauf unser Essen an den Tisch gebracht wurde, sagte das Mädchen nur “schön, dass du noch am Leben bist”. Das Essen war aber sehr gut, ein Pitabrot mit geröstetem Gemüse und Käse.

Nachdem unsere Tanks wieder voll waren, ging es weiter zum Stasi Museum (Nr. 239). Es befindet sich im ehemaligen Hauptquartier und hat bis heute eine ziemlich unheimliche Atmosphäre. Der erste Teil des Museums war sehr informativ und hat uns wirklich die Augen darüber geöffnet, wie sehr die Leute damals ausspioniert wurden. Einige der Kameras waren unglaublich fortschrittlich und getarnt, dies unterstrich noch einmal die Intensität, mit der der Blick der Stasi auf den Leuten lag. Im zweiten Teil des Museums sind einige Bereiche unberührt geblieben, so daß man sich ansehen kann, wie es hier früher einmal aussah. Man konnte auch Foto-Ausweise für einen Euro kaufen. Dieses Museum öffnet euch ganz bestimmt die Augen!

Auf dem Rückweg beschlossen wir, Bilder von uns in einem der analogen Fotoautomaten (Nr. 032) zu machen. Wir haben nicht realisiert, dass die Maschine vier Fotos ohne Vorwarnung machte, und so sehen wir auf jedem der Bilder ziemlich unvorbereitet aus. Sie sind aber die coolsten Souvenirs geworden und es war ein großer Spaß, kleine Fotoerinnerungen zu erschaffen. Wir haben dann versucht, das Outdoor-Kino am Volkspark (Nr. 096) zu finden, aber irgendwie war es nicht da und so spazierten wir durch den Park zum Alexanderplatz.

Der Alexanderplatz (Nr. 135+136) ist der beste Ort, um eine billige Bratwurst zu kaufen, sie sind super lecker und authentisch. Danach saßen wir in Liegestühlen, tranken Bier und sahen den Skatern zu. Als wir gerade gehen wollten, hörte ein Typ, dass wir Englisch sprachen, und stellte sich als Dom aus Newcastle vor. Er war allein auf einer Reise durch Europa und so beschlossen wir, ihm unsere bisherigen Entdeckungen zu zeigen. Wir nahmen ihn mit zur Beach Bar, zum Fotoautomaten, zur Skatehalle und es endete damit, dass wir quatschten und tranken, bis die Sonne wieder aufging. Es scheint so, dass ich Berlin die Kneipen solange offen bleiben, solange noch Leute da sind. Das ist so cool!

Lest weiter im nächsten Teil dieser sieben-teiligen Serie! :-)

written by ellierose1989 and translated by marcel2cv

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