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Jahreszeiten im Sand Teil 1

Ungefähr eine Stunde von einer der größten Städte im Norden Chiles entfernt gibt es einen erstaunlichen Platz voller Geschichte und mit einer Menge Energie, die immer noch in Kontakt mit der menschlichen Seele ist.

Foto von gatokinetik-o

Ich suche immer nach neuen Plätzen, die ich besuchen kann. Oft wähle ich Strände, aber in manchen Fällen versuche ich auch, neue Dinge in der Atacama-Wüste zu entdecken. Stell dir einen Sonnenuntergang über den Dünen vor, mit den Bergen in vielen verschiedenen Farben, dem Himmel so nah, und sauberer, nicht verschmutzter Luft. Und das alles unter einer angenehmen Sonne, in der trockensten Wüste der Erde.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war dieser Ort hier das Zentrum eines Krieges, der der Pazifikkrieg genannt wurde. Nahe der Grenze zu Peru und Bolivien ist die Atacama-Wüste reich an Salpeter, und die schlecht gekennzeichneten und überwachten Grenzen waren der Beginn für einen Kampf um dieses Material. Also verließen Leute aus dem ganzen Land ihre Städte und arbeiteten in Salpeter-Fabriken (die meisten davon sind heute verlassen), um ein besseres Leben zu finden.

Es gibt hauptsächlich zwei berühmte Minen in der Tamaruga-Pampa, weil diese die einzigen waren, wo natürlicher Salpeter in industriellem Maßstab gefördert wurde. Diese sind jetzt Teil des kulturellen Erbes. Um sie zu besichtigen, muss man von Iquique, der Hauptstadt der Tarapaca-Region, ungefähr 47km fahren.

Der erste Eindruck, den man erhält ist: “Dies ist ein unglaublicher Ort”. Hier, in der Mitte der Wüste, ist der Wind, der über die Dächer der verlassenen Häuser bläst, das Einzige, was man hört. Kannst du dir vorstellen, dass vor ein paar Jahren hier noch eine Menge Leute von ihren Häusern zu den Fabriken liefen, eine Menge Kinder unter der schattenlosen Sonne (es gibt hier keine Bäume) Fußball spielten, Frauen in die lokalen Geschäfte gingen, um Mahlzeiten vorzubereiten, die Menschenmassen in der Kirche, den Saloons und Bordellen mit Charleston-Musik, denn dies war der erste Ort in Chile, wo es elektrischen Strom gab. Heute jedoch sind nur noch Erinnerungen übrig, nur Staub, der langsam alles auffrisst. Eine Menge Einsamkeit. Aber wenn man hier steht, ruhig dasteht, kann man vielleicht noch die Stimmen der Leute im Theater hören, oder vielleicht Schritte auf dem Balkon der Kirche. Hier ist soviel Energie wie in einer Geisterstadt.

written by gatokinetik-o and translated by marcel2cv

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The original version of this article is written in: English.