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lomolocation: travelling through northern india

AUS DEM REISETAGEBUCH: Sonntag, 20. Juni 2010 rien ne va plus.... Jetzt sitzen wir nach 1600 km Fahrerei irgendwo in einer Kleinstadt in den Ausläufen des Himalayas fest und die öffentlichen Verkehrsmittel streiken auf den letzten 60 km, und es regnet, dank des hier bereits beginnenden Monsuns.

Freitag Mittag brachen wir in Haridwar auf, mussten jedoch erst einmal mühsam das Zugfahren lernen. Der Plan war, nach Varanasi oder Jaipur zu fahren.
Obwohl schon davon gelesen, stellten wir zunächst einmal fest, dass man alle Züge reservieren muss. Also stellten wir uns in die lange Schlange vor dem Schalter, was eine überaus brutale Angelegenheit ist. Die Menschen stehen nicht hintereinander, nicht nebeneinander, sondern aufeinander, drängeln sich vor, direkt vor dem minimalistisch gehaltenen Schalter-Fenster quetschen mindestens fünf Männer und wollen irgendetwas. Dementsprechend lange dauert das Reservieren.
Am Schalter teilte man uns mit, dass alle Züge für die nächsten 15 Tage ausverkauft seien, deshalb nahmen wir ersteinmal einen Zug nach Delhi, um von dort aus evtl. besser weiter zu kommen.
Nach einer 8-stündigen Fahrt erreichten wir um ca. 23:00 Old Delhi train station.
Wir stellten uns an irgendeinem Schalter an, der uns mitteilte, es würde ein Zug um 04:30 abfahren, und wir sollten doch um 02:30 nocheinmal wiederkommen, dann könnten wir das Ticket reservieren. Nachdem auf dem Bahnhof schon hunderttausend Leute schliefen – beinloser Bettler neben Anzugmann neben Straßenhund neben Mutter mit Kind, Hindus neben Moslems, – legten wir uns dazu und schützten uns mit einer dicken Wolldecke gegen die unerträgliche Hitze, die der nächtliche Asphalt abstrahlte. Einmal pro Stunde wurden wir von mehreren Polizisten mit Schlagstöcken wie eine Herde Vieh in eine andere Ecke vor dem Bahnhof vertrieben, da es eigentlich verboten war, am Bahnhofsvorplatz zu schlafen.
Um 03:00 durften wir uns wieder am Schalter anstellen, woraufhin der freundliche Bahnbeamte uns mitteilte, dass der Zug restlos ausverkauft und vollgestopft sei. Aufgrunddessen suchten wir uns so um 04:00 doch noch ein Hotel in Delhi.
Am nächsten Nachmittag reservierten wir dann problemlos einen Zug nach New Jalpaiguri, was 60km vor unserem eigentlichen Ziel Darjeeling liegt, und gleich einen Retourzug 6 Tage später. Am Abend setzten wir uns in den Zug und fuhren über 30 Stunden und 1400 km quer durch Indien. Mit anderen Worten: Eine Nacht und einen Tag und eine Nacht in einem überfüllten Zug, in dem die Menschen z.B. einfach so unsere Schuhe anzogen, damit herumliefen, an den Stationen aus dem Zug hinaus, auf die Toilette, Wasser holen, etc…

Jetzt, wo wir fast am Ziel sind, und es nur noch 60 km bis Darjeeling wären, heißt es, Busse, Jeeps und überhaupt alle Verkehrsmittel würden überall hin streiken.

Samstag, 26. Juni 2010
Zugfahrt nach Varanasi

Wir gönnten uns den großartigen Luxus nicht wie gewohnt Sleeper Class (die 4. von 5 möglichen Klassen) zu reisen, sondern 3ac (die 3. von 5 möglichen Klassen mit air condition und Bettwäsche). In der Sleeper Class kostet eine 12stündige Fahrt ca. 3€ pro Person, bei 3ac immerhin 17€ – was durchaus nicht wenig ist.
Aber was wir dafür an Essen bekommen haben!

Zuerst ein ausgiebiges Mittagessen,
dann ein Joghurt,
dann ein Eis,
dann einen süßen Snack mit Tee und Kuchen und Sandwich,
dann einen salzigen Snack,
dann ein ausgiebiges Abendessen,
dann wieder ein Joghurt
und dann noch ein süßes indisches Dessert!

Und das Alles ca. von 13:00 bis 22:00 d.h. 8 mal Essen in 9 Stunden.
Was müssen sich Inder denken, die nach Europa kommen und mit dem Zug fahren? Um ein vielfaches teurer, nur zwei Klassen und dann kommt nichteinmal Essen!

written by annaesss, shoujoai

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