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Drei Tage über den Wolken in Patagonien, Argentinien!

Drei Tage auf dem Gipfel eines Berges in Patagonien, Argentinien!

Ein Erfahrungsbericht aus El Bolsón, Patagonien, Argentinien.

Ich kam gerade aus Bariloche und hatte eigentlich geplant, nur eine Nacht im so genannten “Hippie Town” El Bolsón zu verbringen. Tja, am Ende wurden aus einer Nacht sechs (aber so läuft es nun mal auf Reisen).

Ich wohnte in einem tollen Hostel mit Namen “El Publito”, nur 3 km entfernt vom eigentlichen Zentrum (das in diesem Falle nichts als eine lange Strasse mit vielen, vielen Trekking-Läden ist).
El Bolsón ist umgeben von Bergen, weshalb Trekking eine der Hauptattraktionen der Gegend ist.
Ich war bisher nicht wirklich ein Fan vom Wandern, aber ich war bereit, es auszuprobieren!

Unser Hostel war wirklich unglaublich, ein altes Landhaus mitten im Nirgendwo!
Ein kleiner Bach fließt daran vorbei, danach gibt es nur noch Felder und anschließend Berge zu sehen. Unglaublich heimelig und zum Wohlfühlen! Es gibt Platz für ungefähr zwanzig Personen, so dass man alle kennenlernen kann. Es gibt keinen Fernseher, dafür aber einen riesigen Kamin, ein paar Gitarren und Regale voller Bücher. Perfekt zum Entspannen.

Nach den ersten entspannten Tagen hatte ich schon einige Freunde unter den anderen Gästen gefunden und wir hatten uns zu einer ersten Wanderung entschlossen.
Es gibt verschiedene “refugios” in der Gegend (Berg-/Schutzhütten als Unterschlupf für Wanderer).
Wir entschlossen uns also, zu einer dieser Hütten zu wandern. Es sollte nur einen Tag dauern und nicht allzu schwierig werden. Am Morgen unseres Aufbruchs begann es zu schneien (der erste Schnee für mich seit über einem Jahr!). Wir gingen los, und liefen und liefen und liefen.
Wir stießen nach einer Weile durch die Wolken und uns erwartete Sonnenschein und feiner, unberührter Schnee!
Als wir bei der Hütte ankamen, gab es erstmal ein eiskaltes Bier zur Belohnung!
Wir blieben ein paar Stunden und genossen den Sonnenschein, das Leben, die Aussicht über die Anden und den Wolkenteppich unter uns. Wir fanden sogar ein paar Schlitten und tollten damit im Schnee herum!

Der Weg zurück war nicht mehr lustig – 13 km, die meine Füße auf eine harte Probe stellten!

Doch beflügelt durch den unglaublichen Tag, waren wir sofort bereit, einen größeren Tripp in Angriff zu nehmen, dieses Mal für drei Tage.
Dieser Ausflug sollte unvergesslich werden!

Vier von uns planten eine Route und gingen los, mit Rucksäcken voller Proviant und Kleidung.
Der Weg war unglaublich anstrengend, 6 Stunden lang bergauf, aber auch unglaublich schön.
Durch frisch eingeschneite Wälder, keine andere Menschenseele weit und breit. Stille.
Nur die Natur und wir.

Auf dem Weg zu unserer Hütte mussten wir vier Flüsse überqueren.
Einige davon waren wirklich gefährlich, (wenn etwas passiert, ist das nächste Telefon oder ein Helfer sechs Stunden Fußmarsch entfernt). Es war so kalt, dass einige der Flüsse gefroren waren und wir über das Eis laufen mussten, andere überquerten wir eher taumelnd und über Baumstämme balancierend, die quer über den Fluss lagen.
Ein Übergang kostete uns ganze 40 Minuten, bevor wir überhaupt eine Idee hatten, wie wir ihn überqueren konnten. Und über einen mussten wir springen.
Mit einem riesigen Rucksack auf dem Rücken kostete es ganz schön Überwindung (glücklicherweise schaffte es jeder von uns!).

Ich werde nie den Moment vergessen, als wir auf eine Lichtung kamen und um uns herum kilometerweit freie Sicht über die Anden bis ganz nach Chile.
Die Wolkendecke lag unter uns – einfach unbeschreiblich.
“Episch” ist wohl das Wort, das dem Moment gerecht wird. 20 Minuten lang schauten wir einfach nur.

Wir gingen weiter und gelangten nach ein paar Stunden des Umherirrens endlich zu dem “refugio”.
Wer auch immer vor uns dort gewesen war, hinterließ uns einige Holzscheite für ein Feuer.
Die Hütte hatte einen Heizofen mit einem leider verstopften Abzugsrohr, Matratzen sowie einige Plastikstühle und eine Axt.

Die nächsten Tage waren wunderschön, schlicht, aber wunderschön.
Wir standen auf, machten Feuer, brachten Wasser zum Kochen und machten Tee.
Das Wasser lieferte uns ein Fluss gleich hinter der Hütte. Und dann gingen wir an die Arbeit.
Einer ging Holz suchen, der Nächste hackte das Holz. Ein Weiterer schippte Wege durch den 30cm hohen Schnee. So, dass man einfach zwischen der Hütte, dem Fluss und dem Abort hin und her gehen konnte, ohne immer im Schnee zu versinken.

Wir verbrachten die Nächte am Feuer mit Spielen und Reden.

Eine Nacht sahen wir den Mond aufsteigen. Es war wie der Sonnenaufgang – so riesig und leuchtend, dass man wirklich zusehen konnte, wie er immer höher stieg. Wir gingen zu einem Felsvorsprung und schauten zu. Das werde ich nie vergessen.

Wir diskutierten “Wie wenig man zum Glücklich sein doch braucht”… und ich bin überzeugt, dass man wenig braucht. Wir hatten wirklich nicht viel, nur die Natur und die Gesellschaft der anderen, waren aber glücklich.

Wir wanderten weiter hinauf und sahen uns riesige Eiszapfen an, die von Felsvorsprüngen herabhingen. Einige von ihnen, bis zu 180cm lang und 15cm dick! Das einzig Negative bei der ganzen Sache waren die eisigen Nächte. Ich hatte nachts alles an Kleidung an, was ich dabei hatte (2 Pullis, 4 T-Shirts, mehrere Unterhemden plus Schlafsack, Mütze, Schal und Handschuhe…) und ich konnte vor Kälte trotzdem nicht schlafen!

Wenn dieser Eintrag irgendwie kitschig klingt, entschuldige ich mich dafür, aber es war einfach so unbeschreiblich schön. Ich wollte schon seit einiger Zeit mal abseits der typischen Touristenwege etwas unternehmen und diese Tage zählen absolut dazu.
Wir waren soweit entfernt von der Zivilisation, auf einer Bergspitze über den Wolken, selbstversorgend. Einfach unglaublich! Ich muss grinsen, wenn ich nur daran denke!

Oh – Meine LC-A gab ihren Geist auf bei unserem Aufstieg!!! Ich habe leider keine Fotos von unserem “refugio”, nur die Bilder von unserer Ein-Tages-Tour und von dem Aufbruch ins große Abenteuer.
Auf dem letzten Bild, das ich gemacht habe, sieht man drei von uns auf einem Feld am Fuße des Berges.

written by dannyfresh and translated by sandkorn

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