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Interview mit Fotografin Sarah Bernhard

Sarah Bernhard liebt es zu fotografieren - und sie hat sich alles selbst beigebracht. Sie schießt jeden Tag Fotos. Außerdem interessiert sie sich für Kunst, elektronische Musik und begeisterte Menschen. Sarah macht nicht nur Fotos, sondern illustriert diese auch. Ihre Werke beziehen sich auf Inspirationen und sind selbst auch höchst inspirierend.

Sarah Bernhard. Bild von Sarah Bernhard

Wer sind diese “begeisterten Menschen” welche du auf deiner Webseite erwähnst? Inspirieren sie dich und deine Fotos?

Ja, mit “begeisterten Menschen” meine ich kreative Köpfe, die mich und meine Arbeit inspirieren. Musiker, Designer, Schriftsteller… Menschen, die ein Auge für eine Idee haben. Ich bin stolz und glücklich, dass einige von ihnen meine Freunde sind: We Are Fellows, Here We Go, “Herr Metag”: http://www.herrmetag.de, Der dichte Fürst.

Wie begann deine Liebe zur analogen Fotografie und was hat sie dir gebracht?

Ich begann mit der Fotografie auf einem ungewöhnlichen Weg: mit einer kompakten Digitalkamera. Ich machte Fotos von meinen Freunden, mir, meiner Umgebung und veröffentlichte diese in meinem Blog. Fotografie wurde zu einem wichtigen Bestandteil in meinem Leben. Ich wollte mehr über die Fotografie lernen. Also lieh ich mir die alte Spiegelreflex meiner Eltern und kaufte mir eine Polaroid-Kamera. Ich mag die Texturen und die Unberechenbarkeit von Film…

Ich möchte jetzt nicht wie ein Quizmaster klingen aber wer sind deine Lieblingskünstler und was sind deine Lieblingssongs?

Momentan höre ich vor allem Minimal, Deep-House und Dub Step. Tolle Künstler sind Tim Hecker, Burial, Alva Noto, Shackleton, The Field und Andy Scott. Außerdem mag ich die aber auch Indie und Post-Rock Musik zum Beispiel von Bon Iver, Grizzly Bear, Warpaint, Ef und This Will Destroy You. Meine absoluten Lieblingskünstler sind Mogwai.

Bild von Sarah Bernhard

Finden die Objekte die du fotografierst dich oder findest du sie? Wähle ein Lieblingsbild von dir und erklär warum du dich dazu entschlossen hast gerade dieses Bild durch den Auslöser unsterblich zu machen.

Das ist echt eine schwierige Frage. Ich kann es nicht genau sagen. Ich würde sagen es ist beides, eine Situation, ein Subjekt, eine Atmosphäre welche mein Auge wahrnimmt und auf der anderen Seite stehe ich dann da mit meiner Kamera in der Tasche, immer dazu bereit ein Bild mit einer tollen Geschichte zu finden. ;-) Dies ist zwar nicht meine Lieblingsfotografie, aber ich mag es wegen seiner Einfachheit, dem Übergang, der Einsamkeit und dem Staub. Wenn ich es angucke dann fühle ich Einsamkeit und Wärme zur selben Zeit.

Ich schaute mir kürzlich den Film Babel noch einmal an und ich fand mich selbst in dem tauben Chieko Wataya wieder, wie er in dem Club mit den hellen Lichtern ist. Der Film gibt Geräusche und Stille abwechselnd ab. Erfasst du den Moment in Ton oder im Blick?

Es ist toll dass du “Babel” erwähnst… es ist einer meiner Lieblingsfilme! Wenn ich Fotos von Live-Musik mache dann versuche ich Ton und Bild in einem Bild zu kombinieren. Die Musik leitet mich und ich versuche sie in einem Ausschnitt festzuhalten.

Anscheinend bist du ein Multi-Talent mit dem Stylus und hinter der Kamera. Was ist dein Hintergrund?

Vielen Dank! :-) Keine Ahnung. Ich hatte nie irgendwelche Fotografiekurse oder so. Aber ich habe mich immer für Menschen interessiert. Ich habe Soziologie, Kommunikation und Politikwissenschaften studiert. Vielleicht kommt da mein “theoretischer Hintergrund” her. Diesen versuche ich mit meinem Interesse für Kunst, Ästhetik und Architektur zu verbinden…

Was bedeutet es für internationale Magazine einen Beitrag zu leisten? Ist es eine ganz normale Arbeit oder etwas wonach man schon lange gestrebt hat?

Es ist immer eine Ehre und es schmeichelt mir, wenn man sich für meine Fotografie interessiert. Speziell wenn man nach persönlichen Bildern fragt.

Was werden deine nächsten Projekte sein?

Ich habe nicht das Leben eines Fotografen (ich arbeite Vollzeit als Planer in einer Werbeagentur). Aber ich versuche so viele Projekte zusätzlich zu machen wie möglich.

Welche Länder hast du alles schon besucht und wo hast du gelebt? Machst du eher Fotoshootings oder Fotos für dich?

Ich lebte in Münster (meine Heimatstadt), Köln, Düsseldorf, Berlin und Hamburg. In den letzten drei Jahren war ich in Stockholm, Kopenhagen, Prag und Palma. Für ein Forschungsprojekt bin ich einige Male nach China (Beijing, Chengdu) gereist und lebte einige Monate in Shanghai. Meistens mache ich Fotos für mich “aus der Hüfte”. Ich habe immer eine Kamera in meiner Tasche. Als ich in China war, war es allerdings anders: Fotografieren war ein Hauptbestandteil der Forschungsarbeit. Ich mache natürlich auch Fotoshootings. Diese sollen aber immer so einfach und locker wie möglich sein. Die Bilder sollen natürlich und einfach sein.

Was ist die größte vollendete Tat deiner Karriere?

Ich denke das Größte was ich jemals machte war die Dokumentation des täglichen Lebens von Chinesen in Shanghai. Ich machte Fotos ihrer Wohnungen, lernte wie man “richtige” Klöße macht, spielte Tischtennis und erfuhr viel darüber wie sie ihr tägliches Leben organisieren.

Um einen genaueren Blick auf Sarahs Arbeit zu werfen, schaut mal auf ihren Blog und auf flickr.

written by soundfoodaround and translated by fabo

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The original version of this article is written in: English.