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Die große Lomography Film-Bibel: Diafilm-Edition Teil 4

Wir streben weiter unermüdlich danach, euch die ausführlichsten Informationen über analoges Filmmaterial auf dem Planeten zu bieten. Hier präsentieren wir euch Teil 4 der großen Lomography Film-Bibel: Die Diafilm-Edition. Heute geht es nur um Kodak!

Kodak Ektachrome P1600 EPHISO: 1600 *
Der EPH ist ein Favorit von Live-Musik-Liebhabern, er lässt sich ganz fantastisch pushen und behält auch crossentwickelt eine schöne Farbbalance bei. Wenn du ihn bei Nacht oder drinnen verschießt, wirst du wahrscheinlich von seinem – für einen hochempfindlichen Film – relativ glatten Korn beeindruckt sein. Auch bei Tageslicht werden Bilder nicht besonders ausgewaschen. Zu den Zeiten, als Magazin- und Zeitungsfotografen noch analoges Material benutzen, war dieser Film ihre Wahl für Konzerte und Theateraufführungen – es ist der ideale Film, um Live-Auftritte ohne Blitz festzuhalten.

Kodak Ektachrome EPNISO: 100 *
Obwohl dieser Film bereits 2007 ins Gras beissen musste, ist er wegen seiner neutralen Farbbalance immer noch sehr begehrt. Der EPN wurde von vielen Produkt- und Werbefotografen benutzt und war für seine Darstellung scharfer Details und seine Klarheit berühmt. Wenn er jedoch gecrosst wird, erhält man mit Farbe getränkte Bilder, die in Richtung Blau tendieren, was für Kodak-Diafilme typisch ist.
Ein fantastischer abgelaufener Film, wenn du ihn auftreiben kannst.

Kodak Ektachrome EPPISO: 100 *
Der EPP war lange Zeit erste Wahl unter den Profi-Diafilmen, er hat alle Qualitäten eines soliden Tageslicht-Diafilms – leider wurde die Produktion 2010 eingestellt, also schlag zu, solange du kannst.
Wie bei vielen Kodak-Emulsionen werden auch hier beim Crossen Blautöne bevorzugt, allerdings nicht zu stark. Klare Farben und hohe Kontraste sind die Markenzeichen von diesem Arbeitspferd von Film, der in den meisten Fotogeschäften und online noch leicht zu finden ist.

Kodak Ektachrome 64 EPRISO: 64 *
Dieser wenig empfindliche Diafilm ist ein Klassiker unter den Tageslicht-Emulsionen und wird schmerzlich vermisst. Er bringt konsistente Ergebnisse bei hellen Sonnenlicht und Crossentwicklung.
Die Farben sind normalerweise ausgeglichen und extrem intensiv, mit besonders tollem Rot und Blau. Im Gegensatz zu vielen anderen Kodak-Filmen tendiert der EPR typischerweise nicht zu Blaustichen, sondern produziert kräftige, hoch gesättigte Bilder. Soll heißen: Wenn dir welcher begegnet, schnapp ihn dir und benutze ihn so schnell wie möglich. Du wirst ihn lieben!

Kodak Ektachrome EPTISO: 160 *
Der EPT ist ein nicht mehr produzierter Kunstlicht-Potraitfilm, der im Studio mit den empfohlenen Lichtbedingungen tolle Ergebnisse erzielt. Es macht aber viel mehr Spaß, ihn mit in die Stadt zu nehmen und freestyle bei Tageslicht oder drinnen mit Blitz (oder welche anderen Lichtquellen dir auch einfallen mögen) zu verschießen. Wie bei vielen Kunstlichtfilmen, die nicht bei Kunstlicht benutzt werden, wirst du wahrscheinlich sehr viel Grün erzielen – besonders, wenn du ihn crossen lässt, was Alltagsgegenständen und Landschaften eine surreale Anmutung verleiht.

Kodak Ektachrome EPYISO: 50/64 *
Während die 50-ISO Variante schon ewig nicht mehr erhältlich ist, wurde der 64er noch bis Anfang 2010 produziert. Wenn du einen von diesen Kunstlicht-Klassikern zwischen die Finger bekommst, erwarten dich super-gesättigte Bilder mit lebhaften Grün- und Blau-Farbverschiebungen bei Crossentwicklung. Es ist einer dieser Filme, die zum Loslegen und kreativ sein einladen, was perfekt für Lomos ist.

Kodak Ektachrome Lumiere LPP/LPZISO: 100 *
Während seiner kurzen Zeit auf dem Markt hat sich der Kodak Lumiere einen eher schlechten Ruf eingehandelt. Er wurde nicht zum „Next Big Thing“, wie Kodak erhofft hatte, und wurde von vielen Fotografen verrissen. Aber mit der Zeit haben viele eine Schwäche für diese seltsame Emulsion entwickelt, und ihr markantes, fast überirdisch blaues Leuchten, wenn sie crossentwickelt wird. Egal ob draußen oder drinnen mit Blitz, der Lumiere bietet alle möglichen Überraschungen und verleiht ihm einen Kultstatus unter Fotografen, die die staubigen Winkel in Fotogeschäften und das Internet absuchen, um eine Rolle oder zwei davon aufzutreiben.

Kodak Ektachrome E100G – ISO: 100
Zusammen mit dem EPP ist der E100G der von Kodak empfohlene Ersatz für den nicht mehr hergestellten EPN – und dies ist auch die Stelle, an der Kodak-Diafilme verwirrend werden. Wofür steht das G? Das SW? Das VS? Nun, beim E100G, steht G für „grain“ (Korn), im Sinne von glattem, feinen, kaum sichtbaren Korn, für alle, die super-glatte Qualität für ihre Bilder wünschen. Crossentwickelt ist er sehr nah am alten EPP, mit natürlicheren Farben als einige andere Kodak-Emulsionen und beeindruckenden Hauttönen und leuchtendem Weiß.

Kodak Ektachrome E100SW – ISO: 100 *
Kodaks Vorgänger vom neueren E100G, der E100SW, wird nicht mehr hergestellt. Wenn du noch welchen auftreiben kannst, erwarte nicht, dass es sich um exakt dieselbe Emulsion handelt. Die Körnung des E100SW ist viel ausgeprägter, was, je nach deinen Vorlieben, sehr gut oder sehr schlecht sein kann. Typisch für einen 100er Film, liefert der E100SW bei Tageslicht die besten Ergebnisse. Wenn du dich für Crossentwicklung entscheidest, bereite dich auf mögliche starke Grün- statt Blautöne vor, was für Kodak eher ungewöhnlich ist.

Kodak Ektachrome E100VS – ISO: 100
Falls du dich jetzt wunderst: das VS steht für „Vivid Saturation“. Er ist dramatischer als alle anderen Kodak Diafilme, die noch auf dem Markt sind. Der E100VS intensiviert Farben schon im regulären E-6 Prozess, und dies verdoppelt sich noch, wenn er crossentwickelt wird. Rot- und Blautöne knallen so richtig, und schwarze Bereiche können zu soliden Blöcken werden. Das ist kein Film für’s Detail, aber die ideale Wahl für laute, starke Farben und hohen Kontrast.

Kodak Ektachrome Slide Duplicating Film (EDUPE) – ISO: 3/6/9/12 *
Das ist wirklich schräges Zeug. Urprünglich genau dafür entwickelt, was drauf steht – Dias duplizieren. Es macht aber eine Menge Spaß, mit ihm zu fotografieren. Er ist auf Kunstlicht ausgelegt und hat eine geringe Filmempfindlichkeit (3 ISO? Wirklich? 3?), also benutzt du am besten ein Stativ wenn du diese Rarität benutzt, die wohl der ultimativ-experimentelle Film für die wirklich kreativen Momente ist.

Kodak Elitechrome EB – ISO: 100/200
Der Elitechrome EB ist zur Zeit nur in der 100-ISO-Variante erhältlich und liefert leuchtende, gesättigte Farben mit stärkeren Kontrasten als sein Cousin, der Elitechrome ED (siehe unten). Egal als ob Dia oder als Abzug, es erwarten dich kräftige Farben, die aber Details und natürliche Hauttöne bewahren. Crossentwickelt ergeben sich die berühmten Kodak-Blautöne, aber die trotzdem sehr vielseitige Farbbalance und die sogar halbwegs natürlich Hauttöne werden dich vielleicht überraschen.

Kodak Elitechrome EB 100

Kodak Elitechrome EB 200

Kodak Elitechrome ED – ISO: 100/200/400
Der 100er und der 400er sind nicht nicht mehr auf dem Markt, aber der 200er Elitechrome ED ist auch weiterhin erhätlich. Der Elitechrome ED ist berühmt für seine Farbbalance und sein feines Korn, und er hat weniger Kontrast als die anderen Kodak Diafilme. Er ergibt akkurate Hauttöne und Farben, so wie man sie sieht – es sei denn, natürlich, er wird crossentwickelt. Dann dominieren oft starke Blau- und Grüntöne das Bild, womit er besonders gut für Bilder draußen bei hellem Sonnenlicht und strahlend blauem Himmel geeignet ist. Die Körnung ist bei höherer Empfindlichkeit wesentlich ausgeprägter, besonders in Verbindung mit Crossentwicklung.

Kodak Elitechrome ED 100

Kodak Elitechrome ED 200

Kodak Elitechrome ED 400

*nicht mehr hergestellter Film

Pamela Klaffke war früher Zeitungs- und Magazinjournalistin und arbeitet jetzt als Autorin und Fotografin.

written by shhquiet and translated by scorpie

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