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Lomowalk Berlin - Hermannstrasse // Neukölln

Strahlende Sonne, Frühlingslaune, blauer Himmel und in ganz Berlin findet das Leben wieder auf der Straße und in den Parks statt - Der perfekte Zeitpunkt für unseren Lomowalk durch das Viertel rund um die Herrmannstraße. Letzten Samstag schnappten wir uns die La Sardina und statteten dem wuseligen Neukölln rund um die Hermannstrasse einen Besuch ab.

Foto von spiegeleule

Die kompakte La Sardina eignet sich mit ihrem weiten Winkel perfekt um in jeder Situation für einen perfekten Schnappschuss bereit zu sein. Der Bildausschnitt ist schnell gefunden, der Auslöser noch fixer gedrückt. Die interessantesten Menschen auf den Straßen, die urigsten Nebenstraßen und neusten Stadtteilentwicklungen finden sich zur Zeit im Berliner Viertel Neukölln. Die Hermannstraße war das Ziel unseres Lomowalks. Und so brachen wir mit den Teilnehmern vom Lomography Gallery Store auf und begaben uns in Richtung U-Bahnhof Boddinstraße.

Kaum auf der wuseligen Hermannstraße angekommen, befindet man sich in Mitten der Melange aus alter Berliner Einwohnerschaft und zugezogenen Studenten. Entlang der Hauptstraße präsentiert sich das übliche kulinarische Angebot, daneben Billigdiscounter, Franchise-Bäckereien und ramschige An-und-Verkäufe. Die Persönlichkeiten auf den Trottoires könnten interessanter nicht sein und sich in den wildesten Kombinationen zueinander verhalten. Auf den Bänken sitzen alte türkische Männer und glotzen den aufgehübschten jungen Mädels hinterher; diese manövrieren sich mit ihren Kunstlederhandtaschen zwischen den hibbeligen Hunden zweier abgerockter Typen hindurch; ihnen kommt ein hipper Student mit Klapprad und Jutebeutel entgegen, der Frauen mit allerlei Kindern und Einkaufstaschen ausweichend auf dem Gehweg herumeiert.

Als wir in die Kienitzer Straße einbiegen, lassen wir einen Teil des Trubels hinter uns. Die Altbaufassaden strecken ihre Balkone der untergehenden Sonne entgegen. In den Hauseingängen tauchen die ersten Graffittis und Spuren von Streetart auf. Auf den Stromkästen kleben Plakate für Alternative Festivals und Umzugsfirmen. Weiter gen Sonne zieht es uns die Kienitzer Straße hinab und wir passieren staubige Fenster leerstehender Gewerbeeinheiten, neue hippe Cafés und auch alteingesessene Rockerkneipen. Vorne an der Kreuzung hält ein Eiswagen mit bunten Luftballons.

Am Ende der Kienitzer Straße öffnen sich die Häuserzeilen zu der unerwarteten Weite des Tempelhofer Felds. Das ehemalige Flughafenfeld wurde zur Nutzung durch die Anwohner und alle Berliner freigegeben. Gerade an diesem Samstag ähneln die Besuchermassen den Zuständen im Mauerpark; Wolken von Grillpartys liegen in der Luft, Drachen flattern in der Luft, auf dem asphaltierten Rundweg rasen Kinder und Erwachsene mit Inlineskates, Rädern, Rollern und Skateboards. Auf den Wiesen sitzen Familien in der Sonne, spielen Frisbee oder Ball. In der Kleingartenanlage des Allmende Kontors gärtnern die Gärtner fleißig. Es ist eine frische Wagenladung Muttererde gekommen. Die Holzkästen in denen die Gärten sprießen werden ausgebessert und zusammengehämmert, die Erde in die Kästen geschaufelt und neue Pflänzchen gesteckt. Wenn man an diesem Samstag die Nase in die Sonne gereckt hat, hat man nicht anders gekonnt, als den Berliner Frühling durch und durch zu spüren.

Wir freuen uns wahnsinnig auf den nächsten Lomowalk. Teilt eure Bilder mit uns, wir wollen sehen, was ihr so rund um die Hermannstraße entdeckt und welche tollen Motive sich im Kiez finden lassen.

written by spiegeleule and translated by spiegeleule

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The original version of this article is written in: English.