Das ehemalige olympische Dorf

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Die Olympischen Spiele 1936 sind lang lang vorbei, doch im olympischen Dorf bei Berlin lebt der sportliche Geist dieser Zeit weiter.

An einem Sonntag gegen 14 Uhr: Wir sind fast allein auf dem 540.000m² Areal. Das momentane Wetter, trübe, kalt, windig und nass, unterstreicht die Atmosphäre des ehemaligen olympischen Dorfs noch zusätzlich.

Zur Geschichte: Deutschland hatte sich bereits 1906 als Austragungsort für die Olympischen Spiele beworben und auch den Zuschlag erhalten. Doch der Erste Weltkrieg machte einen Strich durch die Rechnung, die Spiele fanden nicht statt. In den Zwanziger Jahren bewarb sich Deutschland erneut. 1931 wurde Deutschland dann für die Spiele im Jahre 1936 als Austragungsort erwählt. Diesmal fanden die Spiele statt, wenn auch durch die Anzeichen erneuten Kriegs überschattet. Man kann sich vorstellen, dass der Bau der Anlage, der danach militärischen Zwecken dienen sollte, unter Hitler nicht gerade eine angenehme Atmosphäre schuf. So legten die Nationalsozialisten zum Beispiel großen Wert darauf, dass nur ‘rein deutsche Arbeiter arischer Abstammung’ für den Bau eingesetzt wurden.

Auf dem Gelände befanden sich die Empfangsgebäude, etwa 140 einstöckige und fünf zweistöckige Wohnbauten, ein großes Speisehaus ‘Haus der Nationen’, ein Küchenhaus, das Hindenburghaus, das Kommandantenhaus, einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, eine Sauna sowie ein Ärzte- und Krankenhaus.
Heutzutage steht das olympische Dorf unter Denkmalschutz. Die am besten erhaltenen Ruinen auf dem Gelände sind das Haus der Nationen, die ehemalige Schwimmhalle, die Turnhalle und einige Mannschaftsunterkünfte. Außerdem wurde in den letzten Jahren das Haus, in dem Jesse Owens während der Spiele wohnte, rekonstruiert.

Von April bis Oktober kann man dem Dorf täglich ab 10 Uhr einen Besuch abstatten. Der Eintritt kostet 1€ pro Person. Fachkundige Führungen sind möglich, müssen aber vorher angemeldet werden.
Die Anbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind eher schlecht, allein der Bus 663 fährt direkt zum olympischen Dorf.

Olympisches Dorf
14627 Wustermark (bei Berlin)

mehr zur Geschichte hier

written by spoeker on 2010-11-08 in #world #locations #bcg-olympisches-dorf-dorf-verlassen-lc-a-schwarz-weiss-1936-olympische-spiele #sehenswurdigkeit

7 Comments

  1. emmasknopf
    emmasknopf ·

    Bild Nummer 10 ist ja absolut toll!!

  2. laurasulilly
    laurasulilly ·

    Also da muss ich ja auch bald mal hin, ganz toll!

  3. vicuna
    vicuna ·

    Sehr interessante Location!

  4. chaotic4life
    chaotic4life ·

    Fantastische Location! Da würd ich wohl auch mal gerne hin.

  5. fruchtzwerg_hh
    fruchtzwerg_hh ·

    Tolle Location, schöne Bilder!!

  6. spoeker
    spoeker ·

    Danke, wenn es nicht auch noch zu regnen angefangen hätte, hätte ichs dort sicherlich auch noch länger ausgehalten ;)

  7. marcel2cv
    marcel2cv ·

    Da war ich heute und hab direkt mal 3,5 Filme durchgefeuert. :-) Eintritt kostet inzwischen 2€ (finde ich absolut fair, ließ aber bei den Sächsinnen vor mir deutliche Mängel an Kinderstube durchblicken). Am Eingang hängt ein Schild, daß wenn man mit einer Spiegelreflex fotografieren möchte, man für 10€ eine Fotoerlaubnis kaufen muß. Hab drauf verzichtet, die Lubi sieht ja nicht so nach Spiegelreflex aus. :-D In jedem Fall ein Erlebnis!

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