Konstruktor: Montage erforderlich

Krempel deine Ärmel hoch und mach deine Hände schmutzig, denn jetzt ist Zeit für DIY nach Konstruktor-Art. Vergiss den mickrigen Schraubenzieher, der dem Paket beiliegt. Lass und ein paar Elektrowerkzeuge auspacken und die weltbeste 35mm Bausatz-SLR bauen.

Als die Lomographische Gesellschaft ihre erste do-it-yourself (DIY) 35mm Spiegelreflex-Bausatzkamera, die Konstruktor auf den Markt brachte, wurde diese mit jeder Menge LomoLiebe empfangen. Und das aus gutem Grund. Es ist ein Projekt das viel Spaß macht, von dem man einiges lernen kann und bei dem am Ende eine voll funktionstüchtige SLR mit Lichtschachtsucher entsteht. Obwohl es beim eigentlichen Zusammenbau des Bausatzes einige “Stolpersteine” zu bewältigen gibt, mindern diese klitzekleinen Erschwernisse nicht die Freude an dem, was man am Ende in den Händen hält: Eine wahnsinnig gut aussehende, funktionierende SLR Kamera.

Zugegeben, die meisten werden in der Lage sein, das gesamte Konstruktor Kit mit dem beiliegendem Kreuzschraubenzieher erfolgreich zusammenzubauen, doch einige Lomographen würden vielleicht gerne ihr gesamtes Werkzeugarsenal zum Einsatz bringen um diese kleine, strapazierfähige Kamera zu bauen. Also wird, im Gegensatz zu anderen Konstruktor Reviews, in dieser hier mit einem kräftigen Augenzwinkern in die volle Werkzeugkiste gegriffen, um dir zu zeigen, wie aus Einzelteilen eine fertige Kamera wird.

1. Säge den Bausatzkarton auf.

2. Identifiziere die Einzelteile des Bausatzes. Nutze die beiliegende Liste, um dich mit den Bausatz-Teilen vertraut zu machen und um all das Werkzeug zusammen zu sammeln, welches du für den Zusammenbau benötigen wirst. Eventuell möchtest du die Kleinteile auf einzelne Schachteln aufteilen, um sie während der Montage besser zu finden.

3. Baue die Linse zusammen. Stelle im letzten Schritt sicher, dass du den hochgestellten Stift von B16 auf das Unendlichkeitssymbol auf B17 ausrichtest.

4. Stecke den Schachtsucher zusammen.

5. Baue das Gehäuse zusammen. Feder B9 fehlte in meinem Bausatz mit der Seriennummer #2013755. Die Seriennummer deiner Kamera findest du in der Kammer für die Filmpatrone. Diese Feder ist für eine erfolgreiche Nutzung der Konstruktor nicht unverzichtbar. Behalte einfach den Bildzähler im Auge wenn du den Film vorspulst und es wird schon klappen. Seltsamerweise war in einem Bausatz, den ich mit einer früheren Seriennummer (#2010646) kaufte, die Feder B9 dabei und alles funktionierte einwandfrei. Gehe bei diesem Schritt sicher, dass das Zahnrad P9 eingefügt ist, bevor Zahnrad P1 auf die Filmspule gesetzt wird. Kapiert?

6. Hake die Feder ein. Vergiss nicht, die Feder B10 in den Auslöserbolzen P12 einzuhaken. Es ist eine sehr kleine Feder und die Befestigung kann ein wenig kompliziert sein. Eine Pinzette kann helfen, P10 zu fixieren und einzuhaken.

7. Während du den finalen Gehäuse-Zusammenbau abschließt, musst du drei “lose” Teile zusammenhalten, währen du verschiedene Unter-Bauteile einbaust: Zahnrad P2, die Mattscheibe (Plastik), und die Mutter am Stativgewinde. Pass auf, dass die 3 Teile nicht auseinanderrutschen, während du die vier Unter-Bauteile zusammenfügst.

8. Obwohl es in der Konstruktor Bauanleitung nicht explizit erwähnt wird , müssen zwei S3 Schrauben in die Schraublöcher der Filmpatronenkammer geschraubt werden.

9. Der Spiegelentriegelungs-/ Verschlussspannhebel ist in der Konstruktor Bauanleitung fälschlicherweise mit A5 betitelt. Bei der enthaltenen Teileschablone ist er richtig mit A3 bezeichnet. Also musst du nur die A5-Bezeichnung durch A3 ersetzen und es passt wieder.

10. Gleich bist du fertig. Befestige die Linse und bringe einige Aufkleber, Kunstlederstreifen und/ oder das Konstruktor-Schild an. Wenn du mehr auf eine Kamera aus bist, mit der du inkognito Straßenfotografie betreiben kannst, überleg dir, ob du nicht die meisten dieser auffallenden Farbtupfer bei deiner fertigen Kamera weglassen möchtest.

Wenn du den Zusammenbau deiner Konstruktor erfolgreich abgeschlossen hast, werden wahrscheinlich einige Teile übrig sein. Beim Konstruktor Set könnten 2x überflüssige S1 Schrauben, 1x S2 Ersatz, 1x überflüssige S3, 1x S4 Schraube zu viel, und 1x extra B10 Feder dabei sein. Da diese Teile sehr klein sind, sind diese Überbleibsel sehr willkommen.

Zugegebenermaßen sind diese Ersatzteile ein nettes Extra, um verlorene oder kaputte Teile zu ersetzen, doch das Fehlen eines Objektivdeckels und eines Gurtes im Konstruktor-Set könnte einigen Lomographen mehr Sorgen bereiten.

Bei anderen lomographischen Kameras wie der Holga oder der Diana sind diese Extras standardmäßig dabei, doch das Fehlen im Konstruktor Set ist zwar seltsam aber keine zu große Enttäuschung. Da es sich bei der Konstruktor um eine Lichtschachtsucher-SLR handelt, wäre ein einfaches Band sicher von Vorteil. Klar, das wäre nett gewesen, aber fädel einfach ein paar Drahtstränge (vorzugsweise Stacheldraht) durch die Kameraösen und du hast einen robusten, brauchbaren Gurt der nicht zu sehr nachgibt.

Genauso ist der fehlende Objektivdeckel nicht so ein riesen Problem. Glücklicherweise ist das Konstruktor 50mm Linsen-Element im Linsengehäuse versenkt, was dieses Objektivdeckel-Versäumnis nicht der Rede wert macht. Zusätzlich bekommst du alle Vorteile einer eingebauten Streulichtblende. Also warum beschweren?

Eigenschaften der kamera:

  • Film: 35mm, Kleinbildfilm
  • Bildformat: 24×36mm
  • Fokusbereich: 0,5m bis unendlich
  • Verschlusszeiten: 1/80 und Bulb
  • Blende: f/10
  • Blitz: keiner
  • Batterien: es werden keine Batterien gebraucht (yeah!)
  • Objektivbrennweite: 50mm (~47° Bildwinkel)

Eine Info zum Konstruktor Objektivanschluss : Die Konstruktor verfügt über ein Doppelkontakt-Bajonett mit einer Öffnung von ca. 31 mm. Das ist ein sehr ungewöhnlicher Objektivanschluss, doch vielleicht kannst du Teil B18 als Schablone benutzen, um die Linse eines anderen Herstellers an der Konstruktor zu befestigen.

Der Zusammenbau der Konstruktor ist zwar sehr simpel, doch ihre Bedienung ist sowohl kreativ, als auch professionell. Der normale Blickwinkel der Kamera liegt auf Hüfthöhe und eröffnet somit eine Vielzahl an innovativen, fotografischen Möglichkeiten. Obwohl der Drehknopf zum Vorspulen den Auslöser teilweise verdeckt, ist es hilfreich, den Daumen zum Auslösen zu benutzen, um dieses Problem zu minimieren.

Zu einem so günstigen Preis hat die Konstruktor unter den 35mm SLRs heutzutage eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse. Außerdem ist dieser Bausatz locker in weniger als 1 Stunde und 15 Minuten zusammengebaut (ich habe mindestens 10 Minuten damit verbracht, meine “verlorene” B9 Feder zu suchen). Diese beiden positiven Eigenschaften machen die Konstruktor zur perfekten Kamera, um angehende Lomographen in die Schönheit der analogen Fotografie einzuführen.

Und, was noch besser ist: Gestandene LomoVeteranen können es jetzt finanziell rechtfertigen, ganz praktisch eine oder mehrer Konstruktors im Auto, am Fahrrad und zuhause aufzubewahren. Jetzt kann dich nichts mehr davon abhalten, noch mehr Filme zu verschießen.

Als letzten Schritt kannst du deine ganzen Elektromaschinen ausstecken und wegräumen. Gehe bitte auch sicher und zähle nach, ob immer noch alle zehn Finger an immer noch zwei Händen befestigt sind. Wenn alle Körperteile überprüft sind und du ein funktionierendes Konstruktor-Model in den Händen hältst, kannst du dieses Projekt als Erfolg verbuchen.

Erlerne auf eine spannende Art und Weise wie eine analoge Kamera funktioniert und zeige dein DIY Können. Die Konstruktor bietet dir die Möglichkeit deine eigene 35mm SLR Kamera zu bauen. Und das Beste? Sie macht wundervoll scharfe Bilder und ist zu einem wirklich erschwinglichen Preis in unserem Onlineshop zu haben!

written by themindseye on 2013-12-21 in #reviews #kit #slr #35mm #kamera #diy #konstruktor
translated by stacy_mcpommes

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