Ein Fotograf schießt das Universum seines autistischen Sohnes für ein Fotoprojekt

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Der Fotograf Thimothy Archibald teilt mit uns sein interessantes und bewegendes Projekt. In seiner Serie 'Echolilia' erforscht Archibald seine Beziehung mit seinem autistischen Sohn Elijah.

Er fing an Elijah zu fotografieren, als er erst 5 war. Doch damals war Archibalds Ziel nichts weiter als schiere Dokumentation. Elijah, der an Autismus leidet, wurde sozial zurückgezogen, besessen von mechanischen Objekten und hatte eine rituelle Notwendigkeit zur Wiederholung. Archibald fotografierte seinen Sohn und zeigte die Bilder verschiedenen Verhaltens-Spezialisten, welche bestätigten, dass er Autist ist.

Dennoch wollte Archibald nicht, dass diese fotografische Vater-Sohn-Beziehung nur bloße Dokumentation ist und Echolilia wurde eine dreijährige Zusammenarbeit. Der Begriff beschreibt die Wiederholung von Phrasen, häufig bei Menschen mit Autismus. Archibald hat die Absicht, das Wesen seines Sohnes, die wiederholenden Rituale, mit seinen Fotos einzufangen.

Er begann mit der Festhaltung einer Rituale von Elijah, welche Archibald wahnsinnig machen. Wie Archibald erklärt, tat Elijah Dinge mit seinem Körper und sie konnten ihn nicht aufhalten. Zum Beispiel wippt er am Rande des Sofas oder liegt im Garten auf dem Gras, um jeden Tag Musik zu hören. Er rollt sich auch in einem Kunststoff-Behälter ein, ein Ritual, das in einem der bewegendsten Fotos der Serie zu sehen ist.

Sobald er begann, diese Momente fotografisch festzuhalten, verschoben sich ihre Rollen. Elijah wollte nicht nur Objekt sein, sondern auch daran teilhaben. Wenn Archibald ihm ein Foto zeigte von einem seiner Verhaltensweisen, tat Elijah es auf eine andere Weise oder einem anderen Ort. Vater und Sohn waren sehr interessiert an dem Prozess, wodurch sie ein gutes Foto bekommen konnten. “Wir hatten dieses gegenseitige Gefühl der Entdeckung”, sagt Archibald.

Gemäß Archibald, half ihm sein Projekt Echolilia, die Situation zu verstehen, seine Rolle als Vater, aber vor allem, die Unterschiede seines eigenen Sohnes zu akzeptieren. Diese Gewohnheiten, die ihn anfangs in den Wahnsinn trieben, änderten sich durch seine Fotos. In Echolilia, entwickelten Vater und Sohn ihre eigenen Bildsprache, dank welcher sie miteinander kommunizieren, selbst wenn es keine Worte gibt, welche sie beide verstehen können. In der Tat erhält Elijah positive Aufmerksamkeit für seine Rituale, etwas mit seinem Vater zu teilen, und hat sogar begonnen, seine eigenen Fotos zu machen.

Die Informationen zu diesem Artikel wurden entnommen aus Juventud Fotográfica. (auf Spanisch)

Ich habe versucht, keine Artikel von anderen Webseiten zu verwenden, aber diese hat mich wirklich bewegt. Hoffe es gefällt euch!

written by kscaramouche on 2013-10-28 in #news #fotografie #autismus #sohn #erinnerungen #analog #liebe #vater
translated by dreanik

6 Comments

  1. -l
    -l ·

    Da sind wirklich einige sehr starke Fotos dabei!

  2. tachauch
    tachauch ·

    Auf jeden Fall! Total beeindruckend.

  3. freakoftheweek
    freakoftheweek ·

    Wunderschöne und zum teil sehr mystische Fotos, könnte mir die Geschichte sehr gut als Film vorstellen.

  4. lenaschneider
    lenaschneider ·

    Schön geschrieben und beeindruckende Fotos.

  5. brommi
    brommi ·

    Wow *-*

  6. candee2104
    candee2104 ·

    Faszinierend und sehr bewegend. Danke für's teilen dieser Bilder!

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