Ihme-Zentrum Hannover

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Manche Leute haben Blumen, Gärten und grüne Wälder vor ihrer Haustür. Manche Leute haben wunderschöne gepflegte Vorgärten oder Terassen. Wenn sie die Tür aufmachen stehen sie direkt im Grünen und atmen frische Luft.....wenn ich die Tür aufmache sehe ich Bäume, einen Fluss, Grünflächen und BETON!

Ihr habt richtig gelesen: Beton! Und zwar ca. 110.000 Quadratmeter, aufgeteilt auf 20stöckige Hochhaustürme im herrlichsten Brutalismus gehalten. Für unsere Architekturfreunde: Der Begriff “Brutalismus” wurde um 1950 von dem schwedischen Architekten Hans Asplund geprägt und leitet sich von béton brut, dem französischem Ausdruck für Sichtbeton ab. Neben dem Ihme-Zentrum in Hannover sind auch das Kloster Sainte-Marie de la Tourette, das Rathaus in Boston, das Royal Theatre in London und das Rätehaus in Kaliningrad stark vom Brutalismus geprägt.

Ok, ich gebe zu, das klingt nicht gerade verlockend. Aber für Dealer, Nutten und natürlich Lomographen ist der verwinkelte und unübersichtliche Komplex der reinste Abenteuerspielplatz.

Aber zunächst mal zu den Fakten: Baubeginn des Ihme-Zentrums war in den wunderschönen Siebzigern, genauer gesagt im Jahr 1972. Als Christian Anders also gerade mit dem Zug nach Nirgendwo fuhr und Tony Marshall für uns den Sonnenschein fing, wurde Hannover Linden zur Großbaustelle. Genauer gesagt zu einer der umfangreichsten Baustellen mit dem größten gegossenen Betonfundament Europas.

Konzipiert wurde das Ihme-Zentrum ursprünglich als “Stadt in der Stadt”, denn nach Bauende war für die täglichen Bedürfnisse der ca. 3000 neuen Bewohner mehr als gesorgt. Es gab 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, eine durchgehende Ladenpassage und eine zweistöckige Tiefgarage.

Allerdings hatte das Ihme-Zentrum seit seiner Eröffnung schon immer mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen und verwaiste im Laufe der Jahre immer stärker.
Gegenwärtig stehen fast alle Ladenlokale leer, weil der Umbau der gesamten Passage begonnen hat. Die neue Passage soll mit viel Glas und hochwertigen Baumaterialien (langweilig!) für frischen Wind sorgen und die Käufer wieder ins Ihme-Zentrum zurückführen.

Für mich persönlich geht durch die Renovierung ein Stück Hannoversche Geschichte verloren und ich werde versuchen so lange wie möglich das ursprüngliche Ihme-Zentrum auf Fotos festzuhalten.

Wenn ihr mehr über das Ihme Zentrum wissen wollt, gibt es hier noch mehr Infos zum Ihme-Zentrum

written by eyecon on 2009-11-12 in #world #locations #hannover #linden #beton #einkaufszentrum #ihme-zentrum #brutalismus

3 Comments

  1. zark
    zark ·

    Super Galerie, interessante Location! Danke eyecon für diesen perfekten Beitrag!

  2. eyecon
    eyecon ·

    @zark - Danke für deine freundlichen Worte!

  3. derschwab
    derschwab ·

    grad ist da für mich viel zu viel baustelle. trotzdem schön da. linden ist schon fein^^

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