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[Langzeitprojekt 2014] 04. Redscale-Fotos

oder: Unglaublich warme Farben. Ein weiteres Projekt, Aufgabe 5 von Seite 35.

Die (verkürzte) Idee aus dem Buch:
Sie wollen kräftige, auffällige Rot-, orange- und Goldtöne in Ihren Bildern, ohne Filter zu verwenden, selbst an regnerischen Tagen? Nehmen Sie einen Farbfilm und legen Sie ihn „falsch herum“ in die Kamera ein, so dass Sie die Rückseite des Films belichten. […]

Wie man einen Redscale-Film selber produziert, kann man hier bei Lomography nachlesen, es gibt eine Handvoll Tipster zu diesem Thema oder man sucht sich mittels Google durch das WWW. Im Gegensatz zu diesem Gesamtprojekt, welches mit der Beschreibung der Herstellung eines Redscalefilmes beginnt, startet mein Projekt schon bei den Bildern. Und das nehme ich zum Anlass, im direkten Vergleich die verschiedenen Färbung von zwei verschiedenen Filmen mit unterschiedlicher ISO-Zahl belichtet mit verschiedenen ASA-Einstellungen unter differenzierten Lichteinstrahlungen zu zeigen.

Ich habe also zwei verschiedene Redscalefilme produziert, Nummer eins ist aus einem Lomography CN 800 ISO und Nummer zwei war mal ein günstiger Drogerie Farbfilm 400 ISO.

Um ein Gefühl für die Intensität der Farbnuancen zu erhalten, habe ich beide Filme zusammen auf einen Spaziergang genommen. Ich habe mich für Kameras mit automatischem Belichtungsmesser entschieden, da ich eine möglichst fixe Grundlage haben wollte. Bei beispielsweise Plastikkameras mit ihren wenigen Blendeneinstellungen wären die Ergebnisse nicht wirklich vergleichbar gewesen.

Film #1 (800 ISO) habe ich in meine Minolta X-300 geladen
Film #2 (400 ISO) wurde in die alte LC-A gelegt

Ich habe an einem mit tief stehender Sonne beladenen Nachmittag zu verschiedenen Zeiten geknipst. Da man Redscale-Filme für optimale Ergebnisse etwa zwei Stufen höher belichten sollte, habe ich folgendes gemacht:

Jedes ausgesuchte Motiv, ob genau in die Sonne hinein, die Sonne im Rücken oder Lichteinfall von der Seite, habe ich pro Film zweimal genau hintereinander gemacht. Das heißt genau genommen, ich habe Motiv 1 mit der Minolta bei 500 ASA gemacht, vorgespult, und dann Motiv 1 noch einmal mit der nächst folgenden höheren ASA Einstellung, bei der Minolta ist das ASA 250. Dann habe ich die LC-A genommen, das Motiv 1 mit ASA-Einstellung 200 und im Anschluss noch einmal mit ASA 100 gemacht.

Somit kann ich die Filme miteinander als auch die Wirkung der verschiedenen ASA auf den jeweiligen Redscale vergleichen.

Hier der direkte Vergleich:

Redscale aus Lomography CN 800 mit 250 ASA belichtet (Minolta X-300)
Redscale aus Lomography CN 800 mit 500 ASA belichtet (Minolta X-300)
Redscale aus Drogerie CN 400 mit 100 ASA belichtet (LC-A)
Redscale aus Drogerie CN 400 mit 200 ASA belichtet (LC-A)

Leider sind wieder blaue schmierige Flecken auf dem Film(en), das ist schon mal passiert und bei selbstgemachten Redscales kommt es wohl schon mal vor, wurde mir gesagt. Ist ärgerlich aber eben nicht zu ändern, da ich nicht weiß wie man diese Flecken vermeidet.
Bei den Bildern von der LC-A kann man keine sichtbaren Unterschiede erkennen, liegt entweder daran dass es kaum einen Unterschied macht, ob man mit ASA 200 oder ASA 100 arbeitet bei diesem Redscale oder aber, dass der Belichtungsmesser meiner LC-A Kamera aus zweiter Hand nicht einwandfrei arbeitet. Das bezweifle ich aber.

Im Gegensatz hierzu noch ein Beispiel meines ersten Redscale-Filmes, gemacht aus einem Drogerie Farbfilm 400 ISO, aufgenommen im Winter 2013 mit einer La Sardina. Dieses orange-lila ist einfach wunderschön.

Fazit:
Die Herstellung eines Redscale-Filmes ist nicht schwer oder teuer, wenn man beispielweise einen günstigen Drogerie-Film kauft (man muss also nicht zwingend einen vorgefertigten Redscale teuer einkaufen), und die Ergebnisse sind, wenn man diese Farbnuancen von rot über gelb bis hin zu golden mag, wirklich schön. Und im Gegensatz zu meinem ersten selbstgemachten Redscale den ich in einer Plastikkamera bei sehr niedrig stehender Sonne verschloss, kann man bei Kameras mit differenzierten ASA Einstellung mehr an der endgültigen Farbstärke manipulieren, wie der Film aus der Minolta zeigt. An Hand der Bilder kann man deutlichere Farbunterschiede auf Grund meiner gewählten ASA Einstellungen erkennen.

Ich hoffe, dass es mir irgendwann noch gelingt mit dem richtigen Redscale und den dazu passenden ASA Einstellungen meine Photos in ein leichtes grün zu tauchen, um den ultimativen Vintage-Anstrich zu erhalten. Ebenso möchte ich mehr gelb vielleicht sogar Sepia als rot produzieren können, also eher überbelichten. Je heller die Farbe ins gelb geht, desto geringer ist die Vignettierung. Hierbei werde ich weiterhin üben. Ob ich einen teuren Lomography CN 800 dafür noch einmal opfere, wage ich zu bezweifeln.

Redscale-Ergebnisse sind stark abhängig davon, welchen Film man verkehrt und vor allem, mit welcher Kamera man arbeitet, aber das musste ich vorher schon. Meine Photos sind die Bestätigung dieser These.

Lieblingsbild der Reihe:

Diese dramatisch wirkenden Wolken faszinieren mich so sehr.

Weitere Photos hier.

Kamera: Minolta X-300 und LC-A
Film: selbstgemachte Redscale-Filme aus 800 ISO und 400 ISO Farbfilmen
Zeit: 20.02.2014

2 comments

  1. rik041

    rik041

    tolle neue bilder gast du

    8 months ago · report as spam
  2. roxyvonschlotterstein

    roxyvonschlotterstein

    @rik041 danke danke.

    8 months ago · report as spam